Rhein-Neckar-Dreieck 1:1, vermutlich ein Lebenswerk

  • Ich habe lange überlegt, ob ich mich als EEP-Anfänger in einem so frühen Stadium schon an die Öffentlichkeit wagen soll. Aber um so größer sind die Chancen, etwas auf dem Weg zu lernen.


    Ich habe bisher nur etwas mit EEP herumexperimentiert und ein paar kleinere Anlagen angefangen, ohne wirklich je etwas Präsentables vorweisen zu können. Da kam mir die Idee, etwas aus der wirklichen Welt nachzubauen. Ich wohne jetzt zwar in der Münchner Gegend, bin aber in Mannheim aufgewachsen und habe dort (bisher) die meiste Zeit meines Lebens verbracht. Warum also nicht versuchen, meine alte Heimat in EEP zu realisieren.


    Das "Rhein-Neckar-Dreieck" mit Mannhein, Heidelberg und Ludwigshafen ist eisenbahntechnich ein hochinteressanter Ballungsraum, weil sich dort viel auf einer relativ kleinen Fläche konzentriert. Drei große Bahnhöfe auf 20 Kilometern, Kreuzungspunkt mehererer Haupstrecken, und wem das nicht reicht, für den gibt es einen gigantischen Rangierbahnhof, die BASF und Hafenanlagen für den Güterverkehr. Und dann gibt es noch das riesige Straßenbahnnetz das die ganze Region verbindet.


    Ich habe mir vorgenommen, das so weit wie möglich nachzubilden, ein Projekt, das nicht in ein paar Tagen abgeschlossen sein wird. Vorsichtig ausgedrückt kann man das "amibtioniert" nennen... Der Motivationsfaktor ist allerdings für mich enorm. Glücklicherweise spielt sich das meiste in der Rheinebene ab, deshalb beschränke ich mich auf den topfebenen Bereich der Region. Landschaftsmodellierung fällt da im wahrsten Sinne des Wortes flach, daher kann man es sich erlauben, mit der Knotenzahl drastisch nach unten zu gehen, um eine möglichst große Fläche abzudecken.


    Die Anlage hat 26 x 22 km, was eine Knotendichte von sage und schreibe 37 bedeutet. Die leichten Niveauunterschiede ignoriere ich so weit es geht, Es wird allerdings nicht leicht werden, Rhein und Neckar einigermaßen realistisch hinzubekommen. Der Bereicht reicht in Nord-Süd-Richtung von Weinheim bis Heidelberg im Osten, im Westen ist bei Frankenthal Schluss, Rechtsrheinisch spielt sich in puncto Eisenbahn sowieso das meiste ab.


    Es ist natürlich vollkommen illusorisch, die ganze Fläche mit gestalteter Landschaft zu versehen. Dazu ist die Fläche einfach zu groß. Aber ich halte es durchaus für möglich, entlang der Strecken etwas optisch Ansprechendes hinzubekommen. Priorität hat für mich der Fahrbetrieb, da ist es mir eigentlich egal, wenn ich kein Modell des Mannheimer Hauptbahnhofes habe. Die Prämisse heißt: Auf den Gleisen so originalgetreu wie möglich, drumherum: mal sehen, was geht.


    Ich habe vor, mich erst auf die Hauptstrecken zwischen den Städten zu konzentrieren, um da einen vernünftigen Fahrbetrieb hinzubekommen. Dann könnten die Nebenstrecken (derer es nicht wirklich viele gibt), der Güterverkehr und die Straßenbahn in Angriff genommen werden.


    Ich arbeite mich vom Süden Heidelbergs langsam in Richtung Rhein und Norden vor. Dafür verwende ich die allseits beliebten Bodenplatten mit Screenshots aus Google Earth. Mittlerweile habe ich die Strecke von HD-Kirchheim bis zum Rand von MA-Friedrichsfeld verlegt, der Heidelberger Hauptbahnhof mit Abzweig in Richtung Karlstor-Neckartal ist auch schon fertig, was die reine Gleisverlegung angeht. Von Kirchheim habe ich dann angefangen, ein SpDr60-Stellpult aufzubauen. Kirchheim ist mittlerweile komplett signalisiert und mit Fahrstraßen versehen. Beim Hbf Heidelberg möchte ich zumindest das grundlegende Stelllpult fertig bekommen, bevor ich die Gleise in Richtung Mannheim angehe. Den Rangierbahnhof, der ja zwischen MA-Friedrichsfeld und Hbf liegt, klammere ich wie gesagt ich erst einmal aus und widme mich zuerst der Hauptstrecke.


    Und jetzt ein paar Bilder:


    HD-Kirchheim:


    1144-fba76cfb.jpg


    Stellpult Kirchheim mit Miniatur-Schattenbahnhof für Testzwecke:


    1142-46313a62.jpg


    Südliche Einfahrt zum Hbf Heidelberg mit Abzweig in Richtung Karlstor:


    1147-5cdc441e-large.jpg


    HD Hbf:


    1148-ad3116d8-large.jpg


    S-Bahn-Abstellgleise auf der Westseite von HD Hbf auf dem ehemaligen BWw-Gelände. Links die teilweise parallel verlaufende Strecke der ehemaligen OEG, jetzt Teil des RNV Straßenbahn-Netzes:

    1149-de9ebfaa.jpg


    Blick von HD-Wieblingen auf die sechsgleisige Strecke in Richtung MA-Friedrichsfeld, die offenbar teilweise zurückgebaut wird/wurde:


    1150-a503a436.jpg


    Erste Herausforderung: Die Unterführung zwischen HD-Wieblingen und MA-Friedrichsfeld. Modellerung mittels Rampe ist wegen der niedrigen Knotenzahl unmöglich, daher nicht ganz originalgetreue Gestaltung im Trog mit Betonwänden und gekippten Bodenplatten. Noch mit der Luftbild-Textur. Die Löcher des Tunneldurchbruchs an der Öberfläche werden später mit Bodenplatten geflickt:


    1151-8783f95e.jpg


    Sechsgleisig durch die Rheinebene:


    1153-d53bd034.jpg


    Hier ist momentan Schluss: Ostrand von MA-Friedrichsfeld mit dem Abzweig in Richtung Darmstadt:


    1154-e25b7018.jpg


    Aktueller Stand des Stellpultes:


    1155-ef7e9c26.jpg


    Ich weiß selbst nicht, worauf ich mich da eingelassen habe.... Es gibt viel zu tun, packen wir's an.

  • Da bin ich aber mal gespannt, ob sowohl EEP als auch deine Hardware das durchhält.

    Ich wünsche dir die gegebene Ausdauer und das nötige Durchhaltevermögen.

    MfG Matthias, der Ostberliner, der zum Lipper wurde. :af_1:


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  • Da bin ich aber mal gespannt, ob sowohl EEP als auch deine Hardware das durchhält.

    Ich wünsche dir die gegebene Ausdauer und das nötige Durchhaltevermögen.


    Ich bin mir schon bewußt, dass das die Grenzen ausreizt. Die Haupstrecken halte ich auf jeden Fall für möglich. beim Rest muss man sehen, wie die Performance ist. Dass ich nicht an jeder dritten Bahnschwelle einen Grasbüschel pflanzen sollte, ist einleuchtend. ;)

  • Klioli, viel Spaß und Erfolg im Club Wahnsinnigen. :af_1:

    Ich werde sabbernd Deinen Werdegang verfolgen.


    Noch einen Hinweis: Die 3-D-Gleise, die Du wohl verwendest, sind höllische Bildratenkiller. Selbst einige wenige können deutlich Bilder kosten, wie ich selber feststellen musste. NIcht zu empfehlen die Dinger oder nur sparsam, am Stellen, wo nicht viel Material daneben ist. Sind zwar schön(er) anzusehen aber für die Hardware die Pest.

  • Ein schönes Projekt.

    Ein Hinweis habe ich noch für Dich: die linken beiden Gleise zwischen HD-Wieblingen und MA-Friedrichsfeld werden nicht mehr genutzt. Das war früher die Verbindung zwischen denn Rangierbahnhöfen Mannheim und Heidelberg und wurden ausschließlich von Güterzügen befahren. Also die können getrost Rost ansetzen.


    Und vom ehemaligen Gleisbildstellwerk in HD gibt es schöne Bilder im Netz.


    Viel Erfolg bei deinem Projekt!!

    Mein Profilbild: Schwarzwaldbahn, Oktober 2017, Ausfahrt aus dem Hohnentunnel von Triberg kommend in Richtung St. Georgen

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    EEP 14.0 Expert Patch 1 (vorher 6, X, 12, 13)
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  • Klioli, viel Spaß und Erfolg im Club Wahnsinnigen. :af_1:

    Ich werde sabbernd Deinen Werdegang verfolgen.


    Noch einen Hinweis: Die 3-D-Gleise, die Du wohl verwendest, sind höllische Bildratenkiller. Selbst einige wenige können deutlich Bilder kosten, wie ich selber feststellen musste. NIcht zu empfehlen die Dinger oder nur sparsam, am Stellen, wo nicht viel Material daneben ist. Sind zwar schön(er) anzusehen aber für die Hardware die Pest.

    Danke für den Hinweis. Ich werde auf der Strecke nach Mannheim mal versuchsweise andere Gleise verlegen, um zu schauen, was das ausmacht.


    Deinen Beitrag über Großanlagen habe ich natürlich mit Interesse gelesen. Ich bin ja wahrlich kein alter EEP-Hase, da muss man bei einem solchen Projekt ein "Scheitern" natürlich auch mit einkalkulieren. Aber ich will mich da gar nicht groß unter Druck setzen. Wenn man am Ball bleibt, kann man daran sicher Jahrelang herumbasteln. Aber wenn das Stellpult von Heidelberg fertig ist könnte man theoretisch da schon mit Schattenbahnhöfen und Fahrplan einen gehörigen Zugbetrieb betreiben, inklusive Zugteilung im Hauptbahnhof. Nur "Eye Candy" dauert halt etwas.

  • Sowas in der Art habe ich schon vermutet. Aus der Luft war ich sowieso fast schon erschreckt über das Ausmaß, in dem in Heidelberg zurückgebaut wurde, auch wenn ich das Bild am Boden aus eigener Anschauung mittlerweile schon quasi seit Jahrzehnten kenne.


    Das große Foto vom Original-Stellpult habe ich schon gesehen, und es hat mich zumindest zu den doppelten Zugnummern-Anzeigen inspiriert. Direkt Nachbauen hat aber wenig Sinn, weil dort Y-Weichen verwendet werden, die im Set nicht enthalten sind.

  • Hallo,


    na da hast Du dir ja was vorgenommen... wünsche jetzt schon mal durchhaltevermögen und hoffe, dass Du nicht irgendwann aufgibst.

    Ich selbst hatte ja auch schon mal den Mannheimer Bereich im Auge, schließlich gibt es das Bahnhofsgebäude und das Schloß als EEP-Modell. Das ist immer ein guter Ausgangspunkt. Bei dem Rest der Ausgestaltung bzgl. Hochbauten ist halt immer erstmal ein Kompromiss einzugehen. Mann kann aber immer mit einigen Modellen und Kleinteilen sowie durch skalieren einiges anderes Bewerkstelligen. Wird beim Heidelberger Bahnhofsgebäude bestimmt einiges Möglich sein.

    Ludwigshafen mit der großen Pylonbrücke wird auch eine Herausforderung.


    Wenn Du den aktuellen Zustand der Gleisanlagen nachbildest hast Du den Vorteil, dass die DB AG schon einige Gleise abgebaut hat. :ae_1:

    Auch ich finde, dass Du einen anderen Gleisstil verwenden solltest. Bei der Projektgröße wäre aktuell das UB3 Set zu empfehlen; das macht aus größer Entfernung einiges her.


    Das mit dem SpDrS-Stellpult finde ich gut. Das mit den Y-Weichensymbolden bei der Heidelberger-Stelltafel ist mir noch gar nicht aufgefallen. Bist Du sicher, dass diese Weichen überhaupt noch aktuell liegen?

    Die doppelte ZNA in einem Bahnsteiggleis hat den Hintergrund, dass dort zwei Züge hintereinander stehen können. Abgesichert durch Zugdeckungssignale.


    Falls Du zum Mannheimer Bahnhof ein paar Infos brauchst, kannst dich gerne melden.


    Gruß

    Andreas

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  • Das mit dem SpDrS-Stellpult finde ich gut. Das mit den Y-Weichensymbolden bei der Heidelberger-Stelltafel ist mir noch gar nicht aufgefallen. Bist Du sicher, dass diese Weichen überhaupt noch aktuell liegen?

    Die befinden sich alle im unmittelbaren Vorfeld rechts von den Bahnsteigen. Die Weichenstraßen bei den Gleisen 5-10 sind ziemlich knifflig im Stellpult darzustellen, wenn man nicht einiges an Platz opfern will. Die Y-Symbole machen das schon etwas übersichtlicher.

  • Diese Stelltafel weckt Erinnerungen. Ich war damals stolz wie Odkar als ich beim Kindertag einmal eine Fahrstraße stellen durfte 😊


    Die Gleise von UB3 verwende ich sehr gerne, zumal es in dem Set verschiedene Varianten gibt (Beton, Holz hell, Holz dunkel, alles nochmal rostig, Zubehör und Bahndamm). Da ist für fast alle Strecken etwas dabei.


    Heidelberg ist tatsächlich sehr weit zurückgebaut worden. Neben dem Güterbahnhof auch der Anschluss und das Gebäude der Post (zwischen Bahnhof und dem damaligen PX (Supermarkt der US-Streitkräfte) sowie dem Ausbesserungswerk. Ebenso der Anschluss vom Güterbahnhof an die Neckartalstrecke Richtung HD-Karlstor.


    Witzig ist dass ich als kleines Nebenprojekt die Steinachtalbahn (Neckarsteinach-Schönau, Streckennummer damals 4112) versuche wieder zu beleben. Allerdings arbeite ich nur sehr sporadisch an dieser Strecke. Aber wenn ich noch die Neckartalstrecke dransetzen kann bräuchten wir nur einen Großrechner und den Anlagenverbinder 😂


    Halte uns bitte auf dem Laufenden.


    Liebe Grüße

    Jan

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  • Die Gleise von UB3 verwende ich sehr gerne, zumal es in dem Set verschiedene Varianten gibt (Beton, Holz hell, Holz dunkel, alles nochmal rostig, Zubehör und Bahndamm). Da ist für fast alle Strecken etwas dabei.

    Alternativ bieten sich auch sowohl die Standard als auch 3D-Gleise von LW1 an. Zusammen mit dem Oberleitungssystem wäre dann praktisch alles aus einer Hand. Die Gleise von UB3 sind aber auch nicht schlecht, dort finde ich besonders die Holzgleise gelungen.


    Mit besten Grüßen

    Christian

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  • Damit ihr seht, dass ich die letzten Tage nicht untätig war, hier ein aktuelles Bild des Stellpultes:


    1230-5347f1bc.jpg


    Alle Weichen sind verschaltet, im Moment bin ich dabei, die Signale aufzustellen und einzubinden. Danach kommt die Gleisbelegung, und dann werden die Fahrstraßen durch den Haupfbahnhof Heidelberg programmiert.


    Das UB3-Gleisset habe ich mir besorgt, aber zuerst möchte ich mit dem Grundgerüst in HD fertig sein. So schön und praktisch das Stellpult auch sein mag, es ist ein enormer Ressourcenfresser, weil für jedes Element und jede Taste ein Signal-Slot verbraucht wird. Wenn Heidelberg fertig verdrahtet ist, werde ich knapp die 1000 erreichen. Das heißt, Haushalten ist angesagt, denn über 10000 für die komplette Anlage geht ja nicht.


    Ich vermute, dass Ludwigshafen eine vergleichbare Größe haben wird, für Mannheim samt Vorortbahnhöfen aber ohne Rangierbahnhof dürfte sicher die doppelte Menge gebraucht werden. Dann sind wir auch schon bei 5000. Der Personenverkehr sollte also kein Problem sein, aber für die eventuellen Erweiterungen Staßenbahn und Rangierbahnhof/Güterverkehr muss man dann schon überlegen, ob wirklich alles in das Stellpult aufgenommen werden soll.


    Ich habe mir natürlich auch Gedanken über die Anlagensteuerung gemacht. Wegen der Signalknapheit ist der oberste Grundsatz: Keine Schaltkringel! Die habe ich auch in meinen bisherigen kleinen Fingerübungen nicht verwendet. Logischerweise bedeutet dass, dass Lua konsequent eingesetzt werden muss.


    Der Größe wegen sollte der Grundbetrieb möglichst automatisiert nach Fahrplan ablaufen. Dazu werde ich mein eigenes Datengebäude mit Lua aufbauen und nicht auf den EEP-internen Fahrplan zurückgreifen. Ich möchte nicht so weit gehen, dass Zug X zum Zeitpunkt Y am Ort Z sein soll. Dazu wäre zu viel Feintuning bei den Fahrgeschwindigkeiten oder den Bahnhofsaufenthalten erforderlich. Züge sollen zu einer festgelegten Zeit aus dem Schattenbahnhof losfahren und eine festgelegte Route befahren und dann "sehen", wie sie auf der Anlage miteinander klarkommen. Blocksignale auf der Strecke sind da natürlich ein Muss.


    Eine Route besteht aus einer Abfolge vordefinierter Fahrstraßen durch die Unterwegsbahnhöfe. Züge sollen sich im Bahnhof selbst ein freies Gleis aussuchen und nach Anmeldung am Einfahrtssignal die entsprechende Fahrstraße freischalten. Um realistisch zu bleiben, sollen Züge je nach Zugtyp und Route nur an bestimmten Bahnsteigen einfahren dürfen. In Mannhem z.B. hat ein ICE nichts auf Gleis 10 verloren.


    Das alles soll so weit wie möglich über Variablenfelder und Funktionen mit Datenübergabe geregelt werden. Jeder Zug klappert über eine For-Next-Schleife die Stationen auf seiner Route ab. Die Funktion für die Bahnhofseinfahrt mit Gleissuche ist natürlich das zentrale Element. Damit alles automatisiert abläuft, müssen natürlich alle Fahrstraßen und Bahnhofskonfigurationen in Datenfeldern erfasst werden. Ebenso müssen physisch im Schattenbahnhof vorhandene Züge den Fahrplaneinträgen zugewiesen werden, damit jedesmal ein passender Zug auf die Reise geschickt wird.


    Dann sollte es auch möglich sein, auch mal "von Hand" einen Dampf-Sonderzug einzuschleusen oder einen ICE, der wegen einer fiktiven Streckensperrung außerhalb des Anlagenbereiches außerplanmäßig umgeleitet wird. Denn auch wenn alles läuft, will man ja nicht immer nur den Zügen beim Fahren zugucken.

  • Danke für den Tip mt den UB3-Gleisen. Ich habe jetzt testweise die südliche Ausfallstrecke bei Kirchheim mit den Gleisen versehen, und bei mitbewegter Kamera ziemlich nah an der Lok ist der Unterschied in der erzielten Bildrate schon nennenswert. Außerdem finde ich den Gleisstil optisch gar nicht so schlecht. Einerseits mag ich Holzschwellen, aber die 3D-Gleise habe einen für meinen Geschmack viel zu grauen Schotter, der halt wie bei einer frisch verlegten neuen Strecke aussieht. Nur das Schotterbett habe ich noch nicht dazu installiert, weil es sich im Augenblick mit den Bodenplatten beißt.


    Ich werde übrigens die Anlage weitgehend einheitlich mit Holzschwellen bauen. Betonschwellen werde ich wohl nur auf den ganz modernen Teilen wie dem Begin der ICE-Neubaustrecke ab Mannheim verwenden. Die Bahnstrecken in der Gegend sind sowieso oft sehr alt, und aus der Luft sieht man, dass noch sehr viele Holzschwellen liegen.


    Und was ich definitiv NICHT machen werde, ist "Nietenzählen" in jeder Hinsicht. Wenn im Bahnhofsbereich irgendeine Weiche mit Betonschwellen erneuert wurde, ist mir das egal. Auch bei der Oberleitung werde ich nicht auf Teufel komm raus versuchen, jeden Mast an seine Originalposition zu stellen. Gerade der gelinde gesagt ziemlich unorthodoxe Heidelberger Bahnhof wird da ohnehin eine ziemliche Herausforderung werden...

  • Was die OL angeht, gebe ich dir absolut recht, da Realität und EEP sich da Beißen. Daher keine Scheu, wenn nicht jeder Mast und jede Strippe orginal liegt / steht.

    MfG Matthias, der Ostberliner, der zum Lipper wurde. :af_1:


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  • Ich denke, es ist mal wieder in kleines Update fällig. Viel Neues zu sehen gibt es nicht, aber unter der Haube tut sich einiges. Bevor ich nennenswert weiterbaue, soll erst die komplette Steuerung stehen. Denn wenn man etwas ändern muss, ist das einfacher, solange die Anlage noch einen überschaubaren Umfang hat. Immerhin habe ich schon einen großen Bahnhof mit 3 Streckenästen mit jeweils einem Haltepunkt bzw. Kleinbahnhof. Damit kann man eigentlich schon alles austesten.


    Ich habe unterirdisch einen Schattenbahnhof mit 20 Gleisen aus Gleisharfen angelegt. An beiden Enden schließt sich ein Ein- bzw. Ausfahrtsbereich mit jeweisl 10 Gleisen an, die virtuell mit den Streckenästen verbunden werden. Da bei einer solchen großen Anlage ständig Züge ein- und ausfahren, denke ich, dass diese Größe ausreichen sollte. Wenn nicht, kommt noch ein weiterer dazu. Wichtig ist mir, dass der Schattenbahnhof zentral mit allen Ästen verbunden ist, um die Effizienz zu erhöhen.


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    Um die Eintönigkeit der Kontaktpunkt-Legerei etwas zu unterbrechen, habe ich in Heidelberg immerhin schon einmal die Bahnsteige verlegt. ;) Mit ein paar Zügen und Loks teste ich die Kontaktpunkte für die Gleisbelegung.


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    Ich habe mich derweil in Lua eingearbeitet und arbeite an der Steuerung. Ich habe mich nach reiflicher Überlegung entschlossen, die Fahrstraßen selbst zu progammieren, weil der Flankenschutz bei den EEP-Fahrstraßen doch etwas zu kurz kommt.


    Die Gleisbelegung der Bahnhöfe wird in einer großen Lua-Tabelle gespeichert, die mit den EEP-Datenslots synchronisiert ist. Sie werden am Anfang mit 0 vorbelegt, damit sie über Indizes angesprochen werden konnen. Danach werden sie aus den Slots eingelesen. Ich habe schon einige weitere Bahnhöfe eingetrage, es folgen natürlich später noch mehr.


    Da die Anzahl der Gleise natürlich in jedem Bahnhof unterschiedlich ist, gibt es auch noch eine kleine Tabelle, in der diese Zahlen gespeichert sind. Jeder Bahnhof hat eine eindeutige Nummer, mit denen er in den Tabellen gefunden werden kann. Das hat den Vorteil, dass die Speicher- und Lese-Funktionen und auch die Besetzt/-Frei-funktionen für die Kontaktpunkte universell und sehr kurz sind.


    Fahrstraßen werden auch über Lua erzeugt. Daran arbeite ich gerade. Damit ein Zug nicht einfach nur in das nächstbeste freie Gleis einfährt, gibt es eine weitere Tabelle, in der die bevorzugten Gleise je nach Richtung und Zugtyp in aufsteigender Reihenfolge gespeichert sind. Augenblicklich habe ich das nur für HD Hbf gemacht, aber das ist ja auch der wichtigste Bahnhof, der zur Zeit vorhanden ist. Ich beschränke mich auf 3 Zugtypen, Lokal bzw. S-Bahn, Regional und Fernverkehr, um das Ganze nicht zu sehr ausufern zu lassen. Ein IC wird also in den Bahnhöfen gleich behandelt wie ein ICE. Die Gleis-Präferenzen für Heidelberg habe ich nach meiner persönlichen Erfahrung abgeschätzt. Man kann natürlich auch den DB-Fahrplan analysieren. Eine Korrektur ist natürlich jederzeit möglich. Für die Suche nach dem besten freien Gleis ist dann nur noch eine kurze Funktion notwendig.


    Damit eine Fahrstraße abgesichert werden kann, muss der gesamte Weg dorthin samt Flankenschutz für andere Züge gesperrt werden. Dazu habe ich das Bahnhofsvorfeld (bis jetzt nur das östliche) in Sektoren unterteilt, deren Besetzt-Status mit Kontaktpunkten ermittelt wird. Hier mache ich mir nicht die Mühe, die Sektoren in einer globalen Tabelle zu speichern. Da jede Fahrstraße sehr unterschiedlich sein kann, werde ich für jede Fahrstraße eine eigene Funktion schreiben (meine nächste Aufgabe) und die Sektoren, die einfach durchnumeriert sind, direkt ansprechen. Der Verwaltungsaufwand inklusive "Mapping" auf die SaveData-Slots wäre einfach zu groß. Soweit wie möglich habe ich diese Sektoren auch mit den Gleismeldern des Stellpults verbunden. Nur mit den Weichen hapert es da.


    Prinzipiell werde ich so vorgehen: Die Sektoren, die den Fahrweg darstellen bekommen den Status 3 = "Fahrstraße". Alle Gleisabschnitte, die auf diese Fahrstraße stoßen, bekommen den Status 2 = "gesperrt". Obwohl sie technisch "frei" sind, dürfen sie nicht mehr von anderen Zügen für Fahrstraßen verwendet werden, die eventuell von einer anderen Strecke ankommen. Alle Weichen dieser Sektoren werden abweisend gestellt.


    Womit ich mich allerdings noch nicht beschäftigt habe, sind Rangiersignale (Sh0/1). Diese werde ich nach Möglichkeit in Zukunft natürlich auch in die Fahrstraßen integrieren.


    Das nächste Problem, dass es zu lösen gilt, ist die Behandlung von gescheiterten Fahrstraßenanforderungen. Hier wäre ich für Tips dankbar. Ich denke da an eine Art flexible Warteschlange, die zyklisch über EEPMain aufgerufen wird, sobald mindestens eine Fahrstraße nicht zugewiesen werden konnte. Außerdem muss ich mich noch damit beschäftigen, wie man den Bahnhofsaufenthalt eines Zuges am besten steuern kann.


    Mehr oder weniger Fleißarbeit sind dann noch die Lua-Tabellen für Routen und physsich vorhandene Züge, die über den noch zu erstellenden Fahrplan diesen Routen zugewiesen werden.

  • Dicke Luft im kleinen Bahnhof Heidelberg-Kirchheim. Ein Kranzug und Tankwagen blockieren zwei der drei Gleise, und drei einfahrende Züge prügeln sich um das verbleibende Gleis. Genau die richtige Situation, um meine mit Blut, Schweiß und Tränen handgestrickte Fahrstraßen-Automation zu testen.


    1399-37b19164.jpg


    Ein Schienenbus naht aus Richtung Walldorf.


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    Durch die Schrebergärten zwischen Heidelberg und Kirchheim fährt ein Eilzug...


    1397-eb7f9921.jpg


    alldieweil in Heidelberg gerade ein Triebwagen aufgebrochen ist.


    1398-2d41df52-large.jpg


    Der Eilzug schnappt sich als erster das freie Gleis 2.


    1396-74ec07a2.jpg


    Der Triebwagen muss vor dem Vorsignal warten, wie auch der Schienenbus auf der anderen Seite des Bahnhofs.


    1393-a0cc0b67-large.jpg 

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    Nach 30 Sekunden Aufenthalt dampft der Eilzug in Richtung Ubstadt-Weiher und Bruchsal ab,


    1395-3f2dea12-large.jpg


    Danach erhält der Triebwagen Einfahrt in den Bahnhof, während der Eilzug entschwindet.


    1392-15a4a47b.jpg1394-d52d4569.jpg


    Nachdem der Triebwagen auch das Gleis verlässt, ist endlich der Schienenbus am Zug und kann in den Bahnhof einfahren. (Ja, ich weiß, die Bahnsteigabschlüsse fehlen noch...)


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    Es war ein schönes Stück Arbeit, und die Fehlersuche war oft frustrierend, aber jetzt scheint es zu klappen. Die Fahrstraßen sind mit den Routen verknüpft, so dass die Züge automatisch auf den richtigen Weg gelenkt werden, wenn ein Bahnhof mehrere Streckenäste hat. Die Routen sind im Augenblick nur rudimentät implementiert, Im Zugdatensatz gibt es es ein "von-nach"-Datenpaar, dass ich zu Testzwecken im Moment nur von Hand eingetragen habe. Später wird es bei der Bahnhofsausfahrt automatisch mit dem nächsten Zielbahnhof aktualisiert.

    Was bei den Fahrstraßen noch fehlt, sind Durchfahrten, die naürlich auch in Halte umgewandelt werden müssen, wenn keine Durchfahrt frei ist, aber ein Gleis zur Einfahrt. In der Route ist für jeden Unterwegsbahnhof vermerkt, ob es ein Halt, eine Durchfahrt oder das Routenende ist. Über Richtungswechsel und Zugteilungen muss ich mir auch noch Gedanken machen, aber das kommt später.


    Die Lua-Datei hat mittlerweile knapp über 1000 Zeilen, wobei allerdings viele Leerzeilen sind. Über die Hälfte nehmen zur Zeit die Daten in Anspruch. Der Anteil wird natürlich noch wachsen, wenn mehr Bahnhöfe und Züge dazukommen.

  • Hallo Klioli,


    verfolge dein Projekt von Beginn der Veröffentlichung an. Hochinteressant und spannend.

    Als gebürtiger, und bis zum 14. Lebensjahr in Heidelberg lebender - ( lang, lang ist's her ), kann einem da noch irgendwie heimelig werden.

    Bin gespannt wie es weitergeht - und werde dranbleiben.


    Viel Erfolg, freue mich über weitere Fortschrittsberichte. :be_1:

    Freundliche EEP-Grüsse, Volker. : :aq_1:.


    PC : Win10Pro (64) - 1709_Build IP 17046.1000 - 8GB AS - i7-3770K 3,5 Ghz / 4 GB NVIDIA 960 GT

    NB : Win10Pro (64) - 1709_Build 16299.88 - 16GB AS - i7-4720HQ Turbo: 3,5 Ghz / 3 GB NVIDIA 970M
    EEP : ( Alle ab 4.0 ) - in Gebrauch: 14 Expert, Patch 3

    Viele Probleme erledigen sich von selbst, wenn man sie nicht dabei stört.
    (Coffin)

  • Ich dachte, ich melde mich mal wieder. Die Arbeit macht Fortschritte, auch wenn es weiterhin nicht wirklich etwas Neues zu sehen gibt. Die Lua-Steuerung ist mittlerweile fast fertig.


    Die Fahrstraßen habe ich noch einmal überarbeitet, so dass jetzt auch "bedingter Flankenschutz" möglich ist, so möchte ich das mal nennen. Zum normalen Flankenschutz einer Fahrstraße können ja benachbarte Gleisabschnitte für andere Züge gesperrt werden, um Kollisionen zu verhindern. Manchmal ist das aber auch von der Stellung der Weichen abhängig. Z.B. bei Parallelgleisen mit Weichenpaaren zum Gleiswechsel kann man so bestimmen, dass wenn die Weichen auf "Fahrt" stehen, beide Gleise befahrbar sind, so dass parallele Ein- und Ausfahrten möglich sind. Sind die Weichen auf Abzweig gestellt, werden die enstsprechende Gleise aber gesperrt.


    Mittlerweile läuft auch die Routensteuerung, bei der Züge ihre zugewiesene Route abklappern und so von der Fahrstraßen-Logik von Bahnhof zu Bahnhof weitergeleitet werden, auch wenn sich in einem Bahnhof mehrere Strecken treffen.


    Was jetzt bis zur Großen Eröffnung der Automatisierung noch fehlt, ist die Steuerung des Schattenbahnhofs und das automatisierte Abrufen von Zügen daraus per Fahrplan. Hier neige ich allerdings dazu, keinen minutengenauen Plan nachdem Schema "Zug auf Route X zur Zeit YY:ZZ" zu machen, sondern eine Taktfrequenz pro Routenpaar (inkl. Gegenrichtung) vorzugeben, nach der die Züge auf die Reise geschickt werden. Durch Verändern dieser Intervalle kann man dann auch die Belastungsfähigkeit der Bahnhöfe und Blockstrecken austesten, so dass die Feinabstimmung für einen reibungslosen Ablauf erleichtert wird.


    Wenn interesse besteht, kann ich die Steuerung auch gerne mal im "Schalttechnik"-Unterforum vorstellen. Vom Konzept her lassen sich damit beliebig große Anlagen mit nur wenigen Lua-Funktionen steuern, allerdings ist dazu eine große Menge an Daten nötig, die erst einmal erfasst werden müssen, insbesondere für die Fahrstraßen.

  • Hallo Klioli,


    ein wenig beneide ich dich um deine LUA-Kenntnisse, es klingt schon mal interessant was Du da aufgebaut hast.

    Bei den Fahrstraßen hast Du bestimmt schon um die 100? Da kommen in der Tat einige Daten zusammen - zusammen mit einer Dokumentation dazu ist das einiges an Aufwand. Aber Du wirst dich wundern, wenn Du mit der Ausgestaltung des Umfeldes anfängst. :aa_1: Ich werde auf jeden Fall aufmerksam dabei bleiben.


    Gruß

    Andreas

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    win 8.1 64-bit * Intel Core i7-4710HQ CPU 2.50GHz - 8GB RAM - NVIDIA GTX 860M

  • Lua selbst habe ich erst durch EEP kennengelernt, und das auch erst vor ca. 2 Monaten. Glücklicherweise habe ich aus meiner Jugendzeit einige Programmier-Erfahrung, auch wenn ich beruflich etwas komplett anders mache. Das hilft schon ungemein, und immerhin ist Lua relativ intuitiv aufgebaut und hat im Prinzip die gleiche Standardstruktur wie traditionelle Programmiersprachen. Daher war es für mich nicht besonders schwer, mich in Lua reinzudenken. und es macht mir auch Spaß, nach so vielen Jahren mal wieder etwas zu programmieren.


    Es ist mir schon klar, dass die Ausgestaltung noch eine ganz andere Herausforderung sein wird. Und da habe ich nun wieder keine nennenswerte Erfahrung. Daher war es eben meine Priorität, mich zuerst um das "Zentralnervenssystem" zu kümmern, bevor die "Kosmetik" an die Reihe kommt. ;)