Tutorial für die LW1-Oberleitung - Teil 5: Weichen und Mehrfachmasten

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  • Unser Oberleitungs-Werkzeugkasten füllt sich langsam. Für den Streckenteil haben wir so weit alles beisammen, aber wir müssen die Oberleitung ja auch über Weichen verlegen. Logischerweise gehen Weichen und Abspannungen Hand in Hand. Ein Fahrdraht kann sich an einer Weiche ja nicht einfach aufspalten, also muss ein neuer Draht eingeführt werden.


    In diesem Teil soll es um die Grundlagen der Oberleitungsverlegung über Weichen gehen, im nächsten Teil wird es dann etwas komplexer.


    5.1. Parallelverbindungen


    Ein sehr häufiges Element auf der Anlage und auch in der Realität sind Parallelverbindungen. Hier wird ein neuer Fahrdraht benötigt, der schräg zwichen den Parallelgleisen verläuft. Je nach Weichenradius muss man hier unterschiedlich vorgehen, da die Parallelverbindungen unterschiedlich lang sind.


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    Ich verwende für die Beispiele GK3-Weichen, um die Parallelverbindungen exakt bauen zu können. Bei der Erklärung werde ich jetzt die Schritte nicht mehr ganz so ausführlich bebildern wie in den ersten Teilen des Tutorials, denn die Grundlagen der Verlegung sollten mittlerweile bekannt sein.


    Bei 190 Meter Weichenradius ist die Parallelverbindung ca. 60 Meter lang, es reicht also aus, wenn ein Doppelmast am Anfang und einer am Ende der Verbindung steht.


    Eine Grundregel beim Bau von Oberleitungen über Weichen ist, dass der Doppelmast kurz hinter dem Weichenantrieb platziert wird. So hat der Fahrdraht über dem abzweigenden Ast einen günstigeren Winkel, als wenn der Mast vor der Weiche stünde.


    Man verlegt den ankommenden Fahrdraht auf der Weichenseite also bis einige Meter hinter den Antrieb und stellt die Auslenkung dort auf Null ein. Dem Fahrdraht auf dem Parallelgleis gibt man die gleiche Länge, er behält aber die Zickzackauslenkung noch bei.


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    Beide Splines werden jetzt verlängert. Der Fahrdraht des Paralellgleises soll in der gleichen Entfernung vom Antrieb der zweiten Weiche enden wie der Fahrdraht auf dem ersten Gleis, so dass die Verbindung symmetrisch ist. Er bekommt am Ende jetzt auch Auslenkung Null.


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    An den Verbindungspunkt am ersten Gleis setzen wir einen Doppelmast der so platziert wird, dass der lange Ausleger am Draht sitzt. An den Splineanfang kommt ein Gittermast, weil dort die Abspannung für den neu eingeführen Fahrdraht installiert wird. Am Parallelgleis setzen wir normale Flachmasten.


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    Bevor wir den neuen Draht einführen, verlängern wir aber erst noch die parallelen Fahrdrähte und setzen die weiteren Masten. Beide Fahrdrähte bekommen am Ende natürlich wieder eine Zickzakauslenkung. Um die Richtung braucht man sich nicht zu kümmern, denn weil hier ja immer nur ein Ende des Fahrdrahtes Nullauslenkung hat, bleibt das Zickzack beim Verlängern bestehen.


    Der zweite Doppelmast wird ebenso platziert wie der erste, also mit dem langen Ausleger am Fahrdraht. Dahinter kommt aber jetzt kein Gittermast wie am Anfang der Querverbindung, sonden ein normaler Flachmast. Da wir den neuen Fahrdraht gleich wieder abspannen, ist er so kurz, dass eine einfache Abspannung ohne Gewichte genügt.


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    Jetzt können wir uns endlich dem Fahrdraht über der Querverbindung widmen. Wir wählen dazu in 2D den Fahrdraht aus, der vom zuerst gestzten Doppelmast ausgeht und kopieren ihn 20 cm nach links. Diese Kopie schieben wir etwas nach vorne, damit der Anfang direkt unter dem Halter des kurzen Ausleger am Doppelmast sitzt.


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    Der Draht bekommt an beiden Enden Auslenkung 0 und wird jetzt mit dem Gizmo zum Doppelmast gedreht. Mit etwas Erfahrung kann man ihn gleich direkt am Halter des kurzen Auslegers platzieren, oder man nimmt die Feinjustierung am Mast durch manuelle Winkelkorektur oder Krümmung mit dem vordern Gizmo vor, wie im Teil 2 bei der Abspannung beschrieben. Außerdem muss der Fahrdraht noch etwas gekürzt werden.


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    Bevor die Enden für die Abspannungen verlängert werden, sollte man mit einer E-Lok die Verbindung abfahren und beobachten, ob der Fahrdraht bei den Verzweigungen auch immer am Stromabnehmer bleibt. Bei solchen einfachen Verbindungen ist das eigentlich nie ein Problem, aber in Kurven kann es schon einmal zu grenzwertigen Situationen kommen, wo man unter Umständen einen Mast versetzen muss.


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    Die Abspannungen sind jetzt eigentlich nur noch Formsache. Der Fahrdrat wird nach hinten verlängert, in einen Spanndraht umgewandelt und am Gittermast mit dem Spanner aus den Gleisobjekten befestigt.


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    Die Verlängerung nach vorne wird ebenfalls in einen Spanndraht umgewandelt und dann am Flachmast befestigt, wie in Teil 2 beschrieben. Dann ist die Oberleitung über der Querverbindung fertig.


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    [Fortsetzung folgt]

  • Bei Weichenradius 300 Meter geht man ganz genau so vor. Die Entfernung zwischen den Weichenantrieben beträgt hier ca. 72 Meter, das läßt geug Spielraum für die Platzierung der Doppelmasten.


    Etwas enger wird es bei Weichen mit 500 Meter Radius aus. Die Entfernung zwischen den Weichenantrieben ist jetzt ca. 95 Meter. Um den maximalen Abstand von 80 Metern zwischen den Masten einzuhalten, dürfen die Doppelmasten nicht weiter als 7,50 m vom Weichenantrieb entfernt stehen. Die Grafik, zeigt, dass es gerade so möglich ist, die Querverbindung herzustellen. Bei Null-Auslenkung darf der karierte Spline auch ein wenig vom Gleis entfernt sein, ohne dass es am Stromabnahmer eng wird.


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    In der Realität wird aber bereits hier dazu übergegangen, die Doppelmasten etwas weiter von den Weichenantrieben entfernt zu setzen. Und bei noch größeren Radien ist das wirklich unvermeidlich. Ab einer gewissen Entfernung sind dann allerdings die beiden Weichenäste am Standort des Doppelmastes schon so weit von einander entfernt, das wir mit den 20 Zentimetern, die die beiden Ausleger überspannen können, nicht mehr hinkommen.


    Hier bleibt uns dann nur der Selbstbau von Doppelmasten mit dem Vario-Ausleger. Sie sind zwar ein wenig umständlicher zu bauen, haben aber den großen Vorteil, dass sie viel flexibler anwendbar sind, da man den Abstand in weiten Grenzen variieren kann. Deshab ist es hier auch nicht notwendig mit dem Spline auf den Ausleger zu zielen, sondern man verlegt die Fahrdrähte im Voraus, wie man es für richtig hält, und setzt dann die Ausleger an den Mast.


    Bei sehr großen Radien kann es auch nötig werden, zusätzliche Doppelmasten entlang der Parallelverbindung aufzustellen.


    Der Bau eines solchen Mastes soll hier an einer Rechtsweiche mit Radius 1200 m demonstriert werden.


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    Der ankommende Fahrdraht wird ein gutes Stück in die Weiche hineingeführt und dannn verlängert.


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    Die Verlängerung kopieren wir in 2D ein Stück nach rechts. In 3D verschieben wird sie zuerst ca. 4 Karos in Spline-Richtung und danach in links-rechts-Richtung so, dass der Spline an der Außenseite ein Karo übersteht. Im Bild habe ich eine Lücke eingefügt, dass man den Abstand besser erkennt


    [IMG:http://www.olikli.de/eep/tut/tut250.jpg]

    .

    Dieser Spline wird dann mit dem Gizmo auf das abzweigende Gleis ausgerichtet und erhält danach eine Verlängerung am Anfang, die zur Abspannung führt.


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    In der größten Zoomstufe des 2D-Fensters sieht man zwei sich übrlappende Berührungspunkte.


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    Wir setzen jetzt in jeden dieser Punkte mittig einen Vario-Ausleger mit Auslenkung 0 (Höhenkorrektur auf -0,30 nicht vergessen) und drehen sie so, dass sie vom Gleis weg zeigen und einander etwas zugewandt sind.


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    Wenn nicht mit Bodenplatten arbeitet, hat man einen gewissen Spielraum für das Aufstellen des Mastes, sowohl bei der Entferung vom Gleis als auch bei der Lage in Gleisrichtung. Hier soll der Mast nahe am Gleis stehen, daher stellen wir bei dem Vario-Ausleger, der näher am Mast ist, die Länge auf den kürzesten Wert ein.


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    In 3D setzen wird dann einen leeren Mast. Je nach Verwendung kann es ein Flachmast oder ein Gittermast sein. Hier nehmen wir einen Flachmast (DB_Fahrleit_nur_Mast_Standard_LW1). Der Mast soll auf halbem Weg zwischen den beiden Berührungspunkten der Oberleitung stehen und im Abstand des kurzen Auslegers.


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    Jetzt müssen die Ausleger zum Mast hin gedreht werden. Wie schon erwähnt, läßt sich der Vario-Ausleger nur in 2D so drehen, dass der Aufhängepunkt am Fahrdraht bleibt. Leider muss man da immer wieder hin- und herschalten. Die 2D-Symbole für den Mast und die Ausleger geben leider nicht wirklich einen Anhaltspunkt, wie weit man drehen muss.


    Hier stimmt bereits die Richtung für den kleinen Ausleger. Man kan nun entscheiden, ob man den Mast heranziehen will, oder den Ausleger etwas verlängert.


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    Wenn der zweite Ausleger auch in Position ist, kann seine Länge angepasst werden, und der Mast ist fertig. Man sollte immer darauf aufpassen, dass sich die Modelle nicht durchdringen und die Isolatoren zusammenklumpen.


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    Diese Selbstbau-Doppelmasten sind nicht ganz orignalgeterau, da sie in Wirklichkeit eine waagerechte Strebe besitzen, an der die Ausleger parallel befestigt sind. Aber wir müssen uns hier auf diese Weise helfen. Wenn man Gittermasten verwendet, sollte man die Ausleger an den Außenseiten befestigen.


    [IMG:http://www.olikli.de/eep/tut/tut262.jpg]


    Auf diese Weise lassen sich auch Dreifachmasten realisieren, wie sie in der Realität immer wieder vorkommen. Sie kommen vor allem zum Einsatz, wenn zwei Fahrdrähte über einer Weiche zusammenlaufen und zusätzlich noch ein Spanndraht eingeführt wird.


    [Fortsetzung folgt]

  • Doppelausleger an Rohrauslegern


    Es ist natürlich auch möglich, einen Rohrausleger mit einem oder zwei zusätzlichen Vario-Auslegern zu versehen. Als kleines Beispiel habe ich neben die Weiche von eben ein paralles Gleis verlegt und den geraden Oberleitungs-Spline darauf kopiert. Wenn man den Mast und den kurzen Vario-Ausleger entfernt, kann man einen S-Ausleger an den Draht setzen. Der Mast steht im Verhältnis zu eben hier ein wenig verschoben, weil der S-Ausleger ja gerade im rechten Winkel zum Gleis sitzt.


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    Wenn man den anderen Vario-Ausleger jetzt einfach zum S-Ausleger herandrehen würde, wäre der Winkel jetzt aber unnatürlich groß. Daher sollte man bei einem S-Doppelausleger die beiden Berührungspunkte näher aneinandersetzen, indem man den abzweigenden Spline etwas nach hinten verschiebt.


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    Der bereits verlegte Spanndraht muss natürlich ebenfalls in diese Richtung verschoben werden.


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    Dann kann man den Vario-Ausleger in 2D auf den neuen Berührungspunkt verschieben und dann in die richtige Richtung drehen.


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    Jetzt wird die Länge angepasst.


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    Hier haben wir aber Glück gehabt. Der Schieber für die Länge ist auf der kleinstmöglichen Potsition, und der Ausleger sitzt genau am Stahlträger, und das obwohl er länger ist als der fest montiere Ausleger.


    Der Vario-Ausleger kann also nicht auf die Länge der kürzesten Ausleger gekürzt werden! Es hätte im Beispiel durchaus sein können, das der abzweigende Fahrdraht etwas näher am Ausleger ist. Dann wäre der Vario-Ausleger beim besten Willen zu lang gewesen.


    Aber auch für solche Situationen gibt es noch eine letzte Rettung, solange der Abstand nicht zu groß ist. Der Ausleger läßt sich nämlich noch etwas weiter verkürzen, wenn man ihn in y-Richtung auf ein Wert unter 1 skaliert. Mit Werten über 1 kann man natürlich auch zu kurz geratene Ausleger vergrößern.


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    Die Skalierung sollte sich ungefähr im Bereich zwischen 0,85 und 1,15 befinden, sonst wird die Abweichung zu deutlich. Es werden so ja nicht einfach nur die Rohre verlängert oder verkürzt, sondern auch die Halterungen werden gedehnt oder gestaucht.


    [Fortsezung folgt]

  • 5.2 Kreuzungsweichen


    Kreuzungsweichen mit Radius 190 m bereiten oberleitungstechnisch keinerlei Probleme. Bei Auslenkung 0 kreuzt man einfach die Fahrdrähte mittig, genau wie bei jeder anderen Kreuzung. Durch die innenliegenden Weichenzungen wird der Stromabnehmer beim Abzweig nur wenig ausgelenkt, er bleibt in allen Lagen komfortabel am Fahrdraht.


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    Die größeren 300er oder 500er Kreuzungsweichen nach dem System Bässler mit außenliegenden Zungen sind da schon schwieriger zu behandeln. Bei einfach gekreuzten Fahrdrähten verläßt der Stromabnehmer deutlich sichtbar den Fahrdraht, wenn die Weiche auf Abzweig steht.


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    In der Realität werden in der Regel die von den vier Ästen der Weiche ankommenden Fahrdrähte so miteinander verknüpft, dass eine Art Karree über dem Herz der Weiche liegt. Das läßt sich leider in EEP auch mit dem LW1-System nicht verwirklichen.


    Ich stelle hier eine Methode für große Kreuzungsweichen vor, die relativ einfach zu realisieren ist, die aber vermutlich bim Vorbild so nicht gebaut wird, weil sich die Drähte nicht kreuzen. Als Rechtfertigung könnte man immer noch sagen, wenn es anders nicht geht, dann sollte auch etwas Tricksen erlaubt sein.


    Der Trick ist eigentlich simpel: Die Fahrdrähte werden nicht gekreuzt, sondern sind etwas nach außen gezogen und knicken in Abzweigrichung ab. Am Mittelpunkt der Weiche hält ein Doppelmast die beiden Fahrdrähte.


    Zuerst verlegt man von die beiden einer Seite kommenden Fahrdrähte bis zur Mitte der Weiche und positioniert sie so, dass die Enden ungefähr ein Karo innerhalb des Außenbogens liegen. Einer der Fahrdrähte sollte ca. 2 Karos länger sein als der andere.


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    Die Splines werden nun nacheinander verlängert (in 2D, wenn die Option im Kontexmenü fehlt) und die Verlängerung in Abzweigrichtung gedreht.


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    Mit einer E-Lok testet man dan aus, ob sowohl beim Abzweig als auch beim Kreuzen der Stromabnehmer am Fahrdraht bleibt. Wenn nötig muss natürlich korrigiert werden.


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    In 2D können wir jetzt zwei Vario-Ausleger setzen. Ich habe für dieses Beispiel eine DKW 300 von GK2 verwendet, bei der aber die Weichanlaterne als Immobilien-Lampe dick über der Weiche angezeigt wird, so dass man die Berührungspunkte der Splines nicht mehr sehen kann. Da die Vario-Ausleger aber ebenfalls Immobilien sind, kann man sie nicht ausblenden.


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    In diesem Fall setze ich die Ausleger in 2D einfach an die ungefähre Position und justiere dann in 3D nach.


    Die Ausleger sollten möglichst eng beieinander liegen, damit die unterschiedlichen Längen nicht die Fahrdrahtführung an dieser kritischen Stelle durcheinanderbringen. Daher sollte man die beiden Ausleger auch an einen Gittermast montieren, da bei einem Flachmast der Winkel zwischen ihnen so klein werden könnte, dass sich die Modelle durchdringen.


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    Den Mast sollte man wegen einer eventuellen Weichenlaterne nicht zu nahe an die Weiche stellen, daher läßt man den den Ausleger, der weiter entfernt vom Mast ist auf Maximallänge, setzt den Mast an seinen Halter und kürzt den anderen Ausleger entsprechend.


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    Diese Methode funktioniert auch mit der 500er DKW aus dem Grundbestand, da die Abmessungen gleich sind.


    Möglicherweise gibt es auch eine andere Möglichkeit, das Problem noch wirklichkeitsgetreuer zu lösen, mir ist aber momentan keine bekannt.


    Bei großen EKW wird beim Original definitiv von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen Doppelmast ans Weichenherz zu setzen. Hier muss man sich nur um einen Abzweigbogen kümmern, daher lassen sich die Fahrdrähte auch kreuzen.


    [IMG:http://www.olikli.de/eep/tut/tut286.jpg]


    [Fortsetzung folgt]

  • 5.3 Für Fortgeschrittene: Doppelte Parallelverbindung mit kombinierter Nachspannung als Übung


    Jetzt, wo wir beliebige Mehrfachmasten bauen können, können wir eine "Standardsituation" in Angriff nehmen, die auch beim Original vorkommt. Vor Bahnhöfen gibt es in der Regel zwei Parallelverbindungen hintereinander, die einen beliebigen Wechsel zwischen zwei Gleisen ermöglichen. Da hier sowieso neue Fahrdrähte eingeführt werden müssen, werden solche Stellen auch gerne für die Nachspannung benutzt. Die neu eingeführten Fahrdrähte werden nach dem Gleiswechsel also nicht gleich wieder abgespannt, sondern ersetzen die Fahrdrähte, die von der Strecke kommen.


    Hierzu können wir die Parallelverbindung vom Anfang erweitern, indem wir ans Ende die zweite Parallelverbindung in die andere Richtung ansetzen.


    [IMG:http://www.olikli.de/eep/tut/tut287.jpg]


    Der Flachmast, an dem vorher der neue Fahrdraht abgespannt wurde, wird so verschoben, dass er hinter dem Antrieb der ersten neuen Weiche steht und durch einen Gittermast ersetzt. Denn hier kommt jetzt der Spanner für den ankommenden Fahrdraht von der Strecke hin. Der neue Fahrdraht wird auf dieser Seite weitergeführt und wird zum neuen Strecken-Fahrdraht.


    [IMG:http://www.olikli.de/eep/tut/tut288.jpg]


    Aber auch der Doppelmast auf dieser Seite wird durch einen Gittermast ersetzt. Denn an ihm muss der Spanner hängen, der den zweiten neuen Fahrdraht für die nächste Querverbindung aufnimmt. Logischerweise heißt das, dass auch der eben verschobene Gittermast zum Doppelmast ausgebaut werden muss. Er führt den zweiten neuen Fahrdraht auf die Diagonale und leitet gleichtzeitig den neuen Streckendraht weiter.


    [IMG:http://www.olikli.de/eep/tut/tut289.jpg]


    Auf der anderen Seite steht am Ende der zweiten Parallelverbindung natürlich auch wieder ein flacher Doppelmast. Danach folgt am Ende ein Gittermast, an dem der Streckendraht dieser Seite abgespannt wird. Der neue Fahrdraht aus dieser Parallelverbindung wird auf der Strecke weitergeführt.


    [IMG:http://www.olikli.de/eep/tut/tut290.jpg]


    Das mag sich jetzt etwas kompliziert lesen, aber wenn man sich die Bilder ansieht und versucht, die Fahrdrahtführung nachzuvollziehen, sollte das Prinzip eigentlich klar werden. Die Fahrdrahtführung ist nicht komplett spiegelsymmetrisch, was die Sache etwas kompliziert.


    [Ende Teil 5]

  • Hallo Oliver,


    danke für deine tolle Arbeit. Diese Anleitung ist ja inzwischen schon umfangreicher als das EEP-Handbuch.


    LG Franz

    Win 10 x64 Enterprise, i7-5820K, 32GB RAM, GeForce GTX 980 TI 6GB, TFT 19" 1280x1024 + TFT 32" 4K

    EEP 13, EEP 14.1, Home-Nostruktor 14,

  • Hallo Oliver,


    wo finde ich die Teile 1 - 3 Deines tollen Tutorials?

    Oder gibt es dieses tolle Tutorial irgendwo zum downloaden, würde es mir gerne ausdrucken - damit ich es zur Hand habe wenn ich mich über die Oberleitung mache!


    Mfg Bernhard

    CPU = AMD A8 - 7600 Radeon R7, 10Compute Cores 4C + 6G 3,10GHz/RAM = 32 Gb/Grakik = NVIDIA GEFORCE GTX 1050Ti 4Gb/Motherboard = Asus A88X Gamer/SSD 1 = 240 Gb Windows 7 Pro 64 Bit nur Betriebssystem/SSD 2 = 240 Gb EEP und andere Programme/EEP 6.1 nur zum konvertieren/EEP 12 Expert / Update 1 / PlugIn 1/EEP 12 Expert / Update 1 / PlugIn 1/EEP 13 Expert
    EEP 14.1 Expert/alle Update und Plugin 1/Tauschmanager/Modellkatalog/Modellkonverter 1.4/Bilder-Scanner/Modell-Explorer


  • wo finde ich die Teile 1 - 3 Deines tollen Tutorials?

    Hallo Bernhard :)


    alle in diesem Unterforum Splines ab EEP 7 (Gleise, Straßen und Wasserwege).

    gibt es dieses tolle Tutorial irgendwo zum downloaden

    Siehe z.B. hier.


    Gruß Ingo

    Win 7x64 Professional SP1, Intel Core i5-3570, 16GB RAM, nVIDIA GeForce GT630, 2GB, 1920x1200 auf 26" TFT

    Windows Firewall und Defender (MSE)

    EEP6 Patch 1; EEP8.3 Expert; EEP9 Expert Patch 1; EEP10.2 Expert Patch 3 Plugin 1; EEP11.3 Patch 1; EEP12.1 Expert Patch 1; EEP13.2 Patch 2 Plugins 1,2; EEP14.1 Expert Patch 2 Plugin 1

  • Hallo Oliver,

    Du hast ja eine extrem umfangreiche Arbeit geleistet. Das komplexe Werk wird in der zusammengefassten Form nicht nur von mir erwartet.


    Den heissesten Dank für Deine Mühe.


    Reinhard

    Viele Grüße Reinhard



    PC: MSI Z270, Intel i7-7700, 32GB RAM, 2x M2 SSD 500GB, Win 10Pro 64 Bit, NVIDIA GeForce 1060, iiyama 4K 28",GDATA

    HP17-X127NG, i7-7500, 1TB SSD, 16GB RAM, Win 10Pro 64 Bit, GDATA

    EEP 6,8,10,11,12, 13, 14.1

  • hier bei deinem Tutorium würde ich noch ein hinweis geben:

    bei dem abspannen der oberleitung, ist bei einigen deiner photos zu sehen, daass du ein +0 ausleger nutzt aber dort eigentlich ein +0 ausleger genau anders herum sein müsste. Den der oberleitungshalter kann nicht gegen den druck der oberleitung spannen, sondern nur ziehen. Also was ich sagen möchte: Er kann eigentlich nur zugkraft und nicht druckkraft aushalten.

    Zu sehen ist das, was ich meine in dem 2. und 4. Bild von dem #5 Beitrag.

    Vlt. kannst du das noch als Hinwais mit einarbeiten.

    Häufig ist es halt mit dem +0 Auslegern nicht möglich zu realisieren. Daher nutze ich häufig +40 oder -40 mit Kombination mit dem +0 Ausleger oder den anderen beiden in Kombination.

    Ich hänge spätestens morgen noch ein Bild zur verdeutlichung rein. :af_1:

    Lg Stephan :aa_1:


    ______________________________________________________________________________

    ______________________________________________________________________________

    - Rechnerinformation:

    Asus ROG

    AMD Ryzen 5 1600 6x 3,2GHz

    8GB DDR 4

    Radeon RX 580 4GB GDDR5


    - EEP Versionen:
    EEP 12-Expert; EEP 11; EEP X-Expert; EEP 9;EEP 8; EEP 7; EEP 6; EEP 5

    ______________________________________________________________________________

  • stephan25 (und klioli)


    das ist leider ein Mangel dieses OL-Systems, über das ich mich (leider) auch schon geärgert habe !


    LW1 hat nicht alle Kombinationen +40, 0, -40 mit

    Abzügen nach (links und rechts) innen und aussen realisiert !


    Obwohl die "Bauteile" ja schon vorhanden waren:ma_1:. Es fehlen nur die entsprechenden "Kombinationen":ma_1:!


    :aq_1:

    Intel i3-540 3,2GHz 8GB, RAID10, HD 6570 1GB, W7/64 Prof., EEP 6-6.1, 10-14, HN13, MK, TM, "Schiefe Ebene 6 + 8", "Bahn2000"

    The post was edited 2 times, last by eep_gogo ().

  • [IMG:https://3jehpg.bn1302.livefilestore.com/y4mcNItyNdaQZsMEJHCqz0qUZxeeyHFQdt4-6plCoiLgjjX73lVhMjdPGac8e6yiMkIAgR1RhN1Ne6gBAGPuA2I5tCBcGc-6nOkPLaf0aw3rZzjd-ZSqZu1ErFgf-i8kVPTasZHHUZIfXVSKuX0v0w28SjV5UF5MSyeEJasxfzU9ZxcjJaqQhp8n6QwvmXHsbgCYeV53pXzIYIS2i_iaveEQA?width=1920&height=1080&cropmode=none]


    Was ich mit den farbigen Linien verdeutlichen möchte:

    Die grünen Linien entsprechen dem aktuellen Verlauf der Oberleitung, wie ich sie verlegt habe. (richtig)

    Die roten Linien entsprechen einen Verlauf der nicht realistisch ist. (falsch)

    Die zwei kurzen schwarzen linien sind der Halter für die Leitung.

    Also: Bei den grünen Linien ist es so, dass der kleinere Winkel (alpha 1) zwischen der einen Leitung entgegen dem entsprechenden Halter (schwarze Linie) ist.

    Bei den roten ist es jedoch anders herum. Der kleinere Winkel (betha 1) ist in der selben Richtung, wie der entsprechende Halter (schwarze Linie).

    Bei den roten Linien muss jetzt der Halter engegen der Linien der Oberleitung drücken, damit diese da bleibt, wo sie sein muss. Desweiteren, kann durch den Druck die Oberleitung und der Halter nach unten klappen, dass wäre im Betrieb natürlich fartal. :ad_1:

    Bei der grünen Linien zieht der Halter an der Oberleitung und hat es so einfacher die Oberleitung an ihrem Platz zu halten. Dadurch klappt der zu haltende Draht nicht nach unten und wird so an der passende Position gehalten. Die Schwerkraft erledigt hier den Rest :aa_1:

    Ich hoffe ich konnte mit meiner Erklärung etwas Licht ins dunkel bringen :bh_1:

    Ansonsten schreib noch mal :bm_1:

    Lg Stephan :aa_1:


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    - Rechnerinformation:

    Asus ROG

    AMD Ryzen 5 1600 6x 3,2GHz

    8GB DDR 4

    Radeon RX 580 4GB GDDR5


    - EEP Versionen:
    EEP 12-Expert; EEP 11; EEP X-Expert; EEP 9;EEP 8; EEP 7; EEP 6; EEP 5

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  • Ich hoffe ich konnte mit meiner Erklärung etwas Licht ins dunkel bringen

    Danke für die Erklärung, ich denke, jetzt habe ich es verstanden. Da ich gerade ein, zwei Tage "kreative Pause" in Sachen Oberleitung einlege, habe ich das leider erst jetzt bemerkt.


    Es leuchtet schon ein, dass bei so einer "Rauten-Konfiguration" die beiden Fahrdrähte eigentlich von entgegengesetzten Seiten abgezogen werden müssen. Aber wenn man sich Doppelmasten selbst zusammenstückelt, sehen wiederum die Ausleger nicht originalgetreu aus. Also: wie man's macht, ist es verkehrt.


    Ich werde versuchen, das in die PDF-Version einzuarbeiten. Das Problem betrifft natürlich auch die Aufhänger von Querträgern. Angenommen, ich habe eine Kurve mit dem Fahrdraht in Auslenkung 0, die mit Querträgern überspannt ist. die Halterungen müssten eigentlich immer nach außen zeigen. Also muss man die Baurichtung des Querträgers daran anpassen.Und eigentlich müsste ich da auch noch mal meine bisher gebaute Oberleitung auf meiner Anlage in dieser Beziehung kritisch durchleuchten.

  • Hallo klioli


    du hast meinen Beitrag #13 registriert ?


    Das hat mir damals die Elektrifizierung meines zweigleisigen Hauptstrecken-Gleisdreiecks "verleidet".:aj_1::aj_1:


    :aq_1:

    Intel i3-540 3,2GHz 8GB, RAID10, HD 6570 1GB, W7/64 Prof., EEP 6-6.1, 10-14, HN13, MK, TM, "Schiefe Ebene 6 + 8", "Bahn2000"

  • Das Bauen einer Fahrleitung ist für einen "Normaluser" eingewaltig komplexer Vorgang. Das Tutorial ist eine sehr gute Hilfe dabei.

    Im Shop habe ich ein Angebot gefunden:

    "Fahrleitungsbausystem für Querspannwerke, Abspannwerke und Streckenbau ( V70NLW1004)".

    Habe ich weitere Modelle übersehen bzw. gibt es weitere geplante Dinge?

    Viele Grüße Reinhard



    PC: MSI Z270, Intel i7-7700, 32GB RAM, 2x M2 SSD 500GB, Win 10Pro 64 Bit, NVIDIA GeForce 1060, iiyama 4K 28",GDATA

    HP17-X127NG, i7-7500, 1TB SSD, 16GB RAM, Win 10Pro 64 Bit, GDATA

    EEP 6,8,10,11,12, 13, 14.1

  • Guten Tag, klioli.

    In einem Deiner Beiträge hast Du erwähnt, ich find diese Stelle nicht und weiß nicht mehr in welchem, dass eine Bauanleitung für Schutzstrecken erscheint. Also eine Oberleitung über mehrere Masten mit je bis zu drei Auslegern sodass kein Kurzschluss entsteht. Ich denke Du weißt, was ich meine. Ich lese zwar alles mit, kann es aber trotzdem übersehen haben, wenn es diese Darstellung bei Dir schon gab. Ich bitte um Info.

    Gruß

    Peter Jentsch