Waldbröl Brölbahnhof

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  • Diese Anlage schließt sich geografisch an meine Morsbach-Anlage an, beginnt also westlich des alten Waldbröler Ortskerns. Außerdem führt sie uns fast 100 Jahre in die Vergangenheit, in die Zeit zwischen 1925 bis vor dem 2. Weltkrieg. Waldbröl war damals noch ein Dorf, allerdings bis 1932 mit Sitz einer eigenen Landkreisverwaltung, wurde daher auch als "Kreisstadt" bezeichnet. Neben Kirchen beider Konfessionen, Amtsgericht, Kranken- und Heilanstalt besaß Waldbröl überregionale Bedeutung durch den dort regelmäßig stattfindenden Viehmarkt.


    Vor 100 Jahren hatte Waldbröl gleich 3 Bahnhöfe. Der älteste davon war der der schmalspurigen Bröltalbahn, der vor gut 150 Jahren, im November 1870 eröffnet wurde. Diese Bahn hatte ihren Ursprung in einer Grubenbahn, die seit 1862 vom Bahnhof der Köln-Gießener Eisenbahn (heute Siegtalbahn) in Hennef an der Sieg bis nach Ruppichteroth im Bröltal führte. Eine Bahngesellschaft, die "Brölthaler Eisenbahn", wurde dafür von einer Troisdorfer Eisenhütte gegründet. Um Kosten für die Trasse zu sparen, hatten die Eigentümer mit dem Preußischen Staat und den Gemeinden ausgehandelt, dass man direkt neben dem Straßenplanum der neu gebauten Brölthal-Chaussee (heute B478) schmalspurige Gleise verlegen durfte. Als Gegenleistung musste die Bahn dem öffentlichen Verkehr zur Verfügung stehen. Als Spurweite wurden 785 mm gewählt, was 2 1/2 Rheinischen Fuß, einem damals gängigen Maß, entsprach.


    Die Eisenerz-Grube und die Kalkbrüche bei Ruppichteroth wurden allerdings nach wenigen Jahren unrentabel, und so suchte man nach neuen Kunden für die Bahn, die man nicht so einfach wieder schließen konnte. Der Preußische Staat lockte mit weiteren zinslosen Talern, mit denen sich die Verlängerung der Strecke bis Waldbröl finanzieren ließ. Dafür musste dann auch Personenverkehr eingeführt werden. Das abgeschiedene Waldbröl war auf diese Weise an die weite Welt angeschlossen!


    Aus der Brölthaler Eisenbahn war im Laufe der Jahrzehnte ein gut 80 km umfassendes Schmalspurbahn-Netz entstanden. Ein neuer Besitzer, die Basalt AG mit Steinbrüchen im Siebengebirge und im Westerwald, hatte den Ausbau des Streckennetzes nicht nur dorthin, sondern bis zum Rheinhafen nach Beuel (heute rechtsrheinischer Ortsteil von Bonn) und in die Kreisstadt Siegburg ermöglicht. 1921 ist die Bahn in "Rhein-Sieg Eisenbahn AG" (RSE) umbenannt worden.


    Für Waldbröl war die Schmalspurbahn weiter vor allem für den Personenverkehr wichtig. Der Güterverkehr, inklusive Viehtransport, wurde seit 1906 nach der Verlängerung der Wiehltalbahn bis Waldbröl fast komplett von der Staatsbahn bzw. Reichsbahn übernommen. Bis ins westliche Siegtal zu fahren war allerdings trotz gut 2 Std. Reisezeit bis Hennef immer noch lukrativer auf schmaler Spur als über die Umwege mit der "großen" Bahn. Doch ein weiterer Konkurrent tauchte auf: Der Omnibus. Um der Konkurrenz zuvor zu kommen, ist die geschäftstüchtige RSE ab 1925 gleich selbst zum Linienbusunternehmen geworden. In den 1930ern hatte man sich Wismarer Schienenbusse angeschafft und diese mit im Betriebswerk Hennef selbst konstruierten Beiwagen eingesetzt.


    Bis Waldbröl fuhren aber auch weiterhin ihre Dampfloks mit Personenzügen. Die durften bis zu 30 km/h fahren, innerorts die Hälfte. Die Wismarer durften bis sagenhafte 35 km/h schnell fahren, was ihnen bald den Spitznamen "Fliegende Bröltaler" eingebracht hat.


    Die Strecke hatte beide Weltkriege überlebt, ist dann aber Anfang der 1950er schrittweise stillgelegt und abgebaut worden. RSE-Busse und LKW-Speditionen haben den Verkehr übernommen. Nachdem die letzte Bahnstrecke der RSE in den 1960ern abgebaut worden ist und ein reines Busunternehmen übrig geblieben war, ist dieses dann an den Rhein-Sieg-Kreis bzw. dessen Verkehrsbetriebe, die RSVG, verkauft worden.


    Das Rollmaterial ist zum Teil an andere Schmalspurbahnen verkauft worden, wie die Zillertalbahn oder die Jagsttalbahn. Einige wenige haben inzwischen den Weg zurück zur alten Wirkungsstelle ins RSE-Museum in Asbach/Westerwald gefunden.


    Heute ist auf dem Gelände des ehemaligen Waldbröler Schmalspurbahnhofs der Busbahnhof des Marktstädtchens. Am ehemaligen Standort des Bahnhofskopfs hat man in jüngerer Vergangenheit zur Erinnerung ein paar alte Gleisstücke neu verlegt und ein großes Poster aufgestellt, was den Eindruck von damals wiedergeben soll. Die alten Waldbröler haben wohl immer noch eine sentimentale Erinnerung an ihr kleines Bähnchen. Wie bei vielen alten Dingen ranken sich auch darum zahlreiche Anekdoten, die in allerlei Büchern beschrieben sind. Hier ein paar Links mit weitergehenden Informationen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%B6ltalbahn

    https://www.waldbroel.de/project/broelbahnkreisel/

    http://www.museum-asbach.de/BT…waldbroler_strecke_0.html


    Zur Anlage:


    Die Landschaft der Anlage habe ich mit dem "Höhengenerator" von Holger (HStoni54) erstellt, wie ich auch andere von Holgers Software-Schützlingen (Hugo, Tauschmanager) gerne verwendet habe. Die Spurweite habe ich für EEP auf 750 mm reduziert. Die Anlage umfasst das unmittelbare Umfeld des Waldbröler Brölbahnhofs, wo die Bahn auf eigener Trasse zwischen dem Waldbrölbach und der Brölstraße gelaufen ist. Die Knotendichte beträgt 500 Knoten/km - was wohl 0.5 Toddel entspricht, wenn ich das richtig umgerechnet habe :ae_1:. Das Empfangsgebäude, das damals sehr platzsparend gebaut worden ist, habe ich mit einem Stellwerk-Modell dargestellt.


    Ein Anlagen-Album findet sich hier:

    .


    Mehr Bilder gibt's dann im Laufe der nächsten Zeit.


    Viel Spaß beim Anschauen!


    Ulrich

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  • Auf meiner Anlage hat der Herbst gerade begonnen, wie man sehen kann. Ein wenig spiegelt das auch die Situation des Brölbähnchens wider. Den 1. Weltkrieg, Inflation, Besatzungs-Zollgrenzen und andere Widrigkeiten hat man überstanden. Die wirtschaftliche Lage stabilisiert sich anscheinend. Noch viele Jahre wird die Schmalspurbahn weiter leben. Aber schon in den 1920ern droht Konkurrenz durch die immer leistungsfähiger werdenden Busse.


    Ein paar Bilder von den Weiden am Waldbrölbach. Heute ist das alles bebauter Teil der Stadt, aber eine Uferpromenade ist geblieben.





    Gruß, Ulrich

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  • ... schon seit dem Eröffnungsbeitrag niemand einen Kommentar für Dich übrig hat

    ... vielleicht, weil man staunend und in Ruhe Text und Bilder geniesst und seine Likes vergibt? :bn_1::ae_1:


    Man muss ja nicht immer schreiben/reden/labern.


    :aq_1:

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    -------------------------

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  • Danke euch für die Kommentare! Ich schätze, dass ich das Eisenbahn- und andere Garn im Laufe der Zeit noch gehörig weiter spinnen werde. Gelegenheit für Kommentare werden sich immer wieder ergeben, schätze ich. Die Anlage soll von der "Möblierung" weiter wachsen, auch wenn es eine recht kleine bleiben wird.


    Viele Grüße,

    Ulrich

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  • Hey Ulrich ,

    da sind doch wieder ein paar stimmige Bilder entstanden.

    Ich sehe mir Deine Beiträge immer wieder gerne an .

    Ich würde mich freuen mehr von Dir zu sehen.


    VLG Angelika , die Hummel :bm_1:


    PS : Ich hoffe das wir uns bald in Duisburg wieder sehen werden :aa_1:

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    EEP12 /EEP14 Plugin 2

  • Tatsächlich hatte ich mehrere Anläufe unternommen etwas sinnvolles zu diesem Thread zu schreiben. Gerade weil ich Ulrichs Arbeit sehr schätze und, sowohl das vorherige, als auch dieses Thema, quasi vor meiner Haustür "spielt". Das machte es so schwierig, weil etwas banales dazu - und meist sind es ja doch immer die selben Phrasen, die man zu einer Anlage schreibt, sich absolut verbat.

    Aber, Andreas hat natürlich Recht und spricht mir aus der Seele (und in´s Gewissen:an_1:), bin ich doch Kritiker dieser Likes und schätze ein paar Worte mehr als Anerkennung.


    Ulrich ist ein perfekter Beobachter dieser Landschaft und Stimmung hier bei uns; Mit den wenigen Modellen ein so glaubhaftes Waldbröl zu zaubern ist schon fast unverschämt:af_1:

    Ich bin aufmerksamer Zuschauer dieses Threads!


    Thorsten

  • Auch euch ( Hummel , Toddel2014 ) vielen Dank für die Blumen. Momentan baue ich nur mäßig aktiv weiter, bin im Sommer lieber vor Ort im realen Raum Morsbach/Waldbröl.


    Weiter mit der Waldbröl-RSE-Geschichte:
    Wie in #2 erwähnt, sind die Omnibusse in den 1920ern im Kommen. Große Aktivitäten hat damals die Deutsche Reichspost entfacht, die sich in viele neue Bereiche hinein bewegte (z.B. das neue Medium Rundfunk). So wie die Eisenbahn einst die Postkutschen verdrängt hatte, will mal jetzt mit Bussen zurück auf den Personenbeförderungsmarkt.


    Die Geschäftsführung der Rhein-Sieg beschließt, um nicht selbst unter die (Gummi-)Räder zu kommen, die Flucht nach vorne: Man wird selbst zum Busunternehmen. Konzessionen werden beantragt, erste Fahrzeuge werden ab 1925 gekauft und fahren auch vom Waldbröler Brölbahnhof aus. Mit dem Bus kann man ohne in Beuel umsteigen zu müssen direkt ins Zentrum von Bonn fahren.


    Bei der Bevölkerung kommt die Idee, bald nur noch mit dem Bus zu fahren, nicht immer gut an. Zu Stoßzeiten wollen viele Menschen fahren, dafür sind Busse zu eng. Und dann sind die Busfahrscheine auch noch merklich teurer als die für die Bahn!


    Um die Busse warten zu können, wurde neben dem Betriebshof Hennef eine Buswerkstatt aufgebaut. Um die wertvollen Fahrzeuge geschützt unterzubringen und lokal einfache Wartungsarbeiten ausführen zu können, baute die RSE auf dem Gelände einiger ihrer Bahnhöfe, wie auch in Waldbröl, Kraftwagenhallen. In die werden nach Anschaffung von Schienenbussen in den 1930ern Gleise gelegt. In meiner Anlage ist schon das ehemalige vom Bahnhofskopf abzweigende Ladegleis in diesem Sinne neu verlegt.



    Zur Feier des Tages hat das Pärchen ganz rechts sogar die guten alten Sachen aus der Kaiserzeit heraus gekramt um flanieren zu gehen. :af_1:


    Die RSE-Busse waren grün-elfenbein lackiert. Da ich nichts Passendes im Modellbestand habe, habe ich gemogelt und das Bild ganz dreist nachbearbeitet.


    Zum Schluss noch ein Link zu einem virtuellen Museum, wo Bilder der RSE-Busse aus verschiedenen Jahren zu sehen sind:

    https://virtuelles-heimatmuseu…er%20Rhein-Sieg-Eisenbahn


    Beste Grüße,

    Ulrich

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  • Eine überregionale Institution ist der Waldbröler Vieh- und Krammarkt, den es seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt. Das Brölbähnchen brachte einst Kundschaft und auch Vieh vor Ort und setzte an den Markttagen Sonderzüge ein. Man konnte vom Küken bis zum Zuchtbullen alles bekommen bzw. ersteigern. Lebende Küken gibt's wohl auch heute noch zu kaufen. Nach wie vor ist die Hühnerhaltung populär. Dafür reicht schon ein kleines Grundstück.



    Gruß,

    Ulrich

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  • Ein Blick vom Kirchturm über den Brölbahnhof, der einen Eindruck vom Gleisplan gibt.



    Eigentlich müssten die Höhenzüge am Horizont höher herauskommen. Da die Anlagenhöhe selbst schon zum Horizont ansteigt, wird das wohl überdeckt. Kulissen habe ich bislang noch nicht aufgestellt.


    Mit den wenigen Modellen ein so glaubhaftes Waldbröl zu zaubern ist schon fast unverschämt

    Das liegt vermutlich auch daran, dass Kenner der Region die fehlenden Dinge im Geiste ergänzen. :ae_1:


    Schöne Grüße,

    Ulrich

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  • Ein Überblick über den Brölbahnhof von der westlichen Seite her.



    Auffälliges Merkmal aller Dampfloks der Rhein-Sieg war das große Betriebsnummernschild mit Messing-Ziffern an Kesseldeckel und Rückwand. Viele der Loks waren robuste Cn2t. Leider fährt mein Betriebsnummernschild nicht mit, aber vielleicht gibt's dafür auch mal eine Lösung. Auch ist die Frage, ob das zwar schöne, aber vielleicht zu moderne Modell, die 99 4652 von JS2, hier eine gute Wahl ist. Wobei das ja eher so ist wie im Paradies, als Adam seine Frau wählte. :af_1:



    Für die schweren Basaltzüge aus den Steinbrüchen südlich der Sieg hatte man in den Inflations-Jahren nach dem ersten Weltkrieg vier schwere "Mikados" (1'D1'h2t) beschafft. Die RSE-Geschäftsführung hatte in den Jahren der immer wertloser werdenden "Papiermark" ihr verdientes Geld klug in neue Loks investiert. Das Basalt-Geschäft der Muttergesellschaft lief nicht schlecht. Vor allem in die Niederlande, die ihre großen Eindeichungsprojekte vorantrieben und in harten Gulden zahlten. Das machte Hoffnung auf stabile künftige Erträge.


    Schicke erleuchtete Weichenlaternen wie sie EEP für 750 mm bietet hatte die kostenbewusste RSE nur an wenigen Stellen ihres Netzes, aber nicht in Waldbröl. Dort sahen die Weichen ähnlich aus wie von Klaus (KK1) bei seinen 600mm-Feldbahnweichen ausgeführt: Mitgedrehte Tafeln. Manchmal standen diese auf mehrere Meter hohen Masten um besser sichtbar zu sein.


    Signale und Signaltafeln wurden bei der RSE sparsam eingesetzt. Meist reichte es bei den geringen Geschwindigkeiten, sich per Handzeichen zu verständigen. Manchmal war die RSE aber selbst der Reichsbahn voraus: Ende der 1920er gab es eine neue Signaltafel für den Bahnhofsbeginn, das Grenzsignal 51. Das zeigt zwei mit der Ecke aufeinander stehende Quadrate. Erst Jahre später hat die Reichsbahn die Trapeztafel (damals "K15" genannt) eingeführt, wonach dann auch die RSE auf diese Tafel umgestellt hat. Leider habe ich nur ein Real-Bild von der Rückseite der alten Tafel 51 und musste nach Phantasie werkeln. Gebaut habe ich das mit den vielseitigen Verkehrs-Zusatzschildern (ZZ_TT1_60x60_DH1) von Dieter.



    Selbst bei Lichtsignalen hatte die RSE die Nase vorn und schon 1928 einen Genehmigungs-Antrag bei der Aufsichtsstelle gestellt. Da war die Reichsbahn aber selbst noch nicht bereit, und es gab massig Rückfragen über Sinn und Zweck. Man wollte sich dann seitens der RSE keinen längeren Behörden-Kampf in Sachen Begründung liefern. Lichtsignale sind dann deutlich später und nur dort aufgestellt worden, wo viel Betrieb war, wie in Hennef oder Beuel.


    Beste Grüße,

    Ulrich

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  • Der Brölbahnhof in Waldbröl ist nach seinem Bau 1870 immer wieder umgestaltet worden. Anfangs gab es sogar eine Drehscheibe, da die erste Serie von Loks keine Rückwand besaßen und dadurch auf freier Strecke nur vorwärts fahren durften. Für die kleinen Loks gab es kleine Drehscheiben, die per Hand (im "Armstrong-Verfahren") bedient wurden. Gut, dass damals viel Personal (wie Bremser) auf den Zügen mitgefahren ist! Als alle Loks dann Rückwände spendiert bekommen hatten, wurde die Waldbröler Drehscheibe abgebaut.


    Wasserkräne hatte man bei der RSE nicht, außer im Betriebshof Hennef. An den Bahnhöfen gab es bestenfalls Tiefbrunnen, die in den Gleisen zugänglich waren. Anfangs hatte man Schläuche und Handpumpen, mit denen im Bedarfsfall auch schon mal aus der Bröl Wasser genommen werden konnte. Später war in den Loks eine dampfbetriebene Pumpe und ein Schlauchanschluss eingebaut. In Waldbröl war die Zapfstelle am Ende des Kopfgleises, so dass die Lok beim Umsetzen gleich auch Wasser nehmen konnte. So etwa:




    Beste Grüße

    Ulrich

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  • Das Empfangsgebäude, das damals sehr platzsparend gebaut worden ist, habe ich mit einem Stellwerk-Modell dargestellt.

    Hallo Andreas diebahnkommt , das hat Ulrich in seinem Eingangspost so erklärt.


    Glück Auf aus Hamborn


    Stefan

    Betriebssystem: Windows 10 Home 64bit

    Prozessor: Intel Core i9-9980 HK @ 2,4 GHz (16CPUs)
    32GB RAM
    Grafik: NVIDIA GeForce RTX2070 8GB

    EEP 16.4 , Plugins 1,2, 3, 4

  • Hallo Andreas diebahnkommt ,


    Stellwerke hatte man natürlich keine nötig, das lief alles per Handhebel (mit Grundstellung) und anderswo mit ausgeklügelten Weichenschlössern, die Fehlschaltungen vermeiden sollten.


    Stefan Onkelwoody hat ja schon dankenswerterweise klargestellt, dass das Stellwerk-Modell das Empfangsgebäude darstellt. Ich habe noch eine zusätzliche Eingangstür mit Treppe daran gesetzt. Bilder vom Original-Vorbild finden sich auch im Netz - leider baut die Webseite des Museum Asbach derzeit um und hat viele alte Fotos rausgenommen. Aber es gibt hier noch ein Bild (4. von oben) und auch in diesem Artikel.


    Heute sieht die Gegend so aus (eigenes Foto aus diesem Jahr):


    Im Hintergrund hat man jetzt ein Bild des abgerissenen Bahnhofs aufgestellt, was man auch in der Wikipedia findet:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…Bahnhof_Waldbr%C3%B6l.jpg


    Die dörfliche Beschaulichkeit ist lange her. Als Städtchen ist Waldbröl gewachsen; vielleicht nicht so stark wie vergleichbare andere Orte. Die weiten Wiesen meiner kleinen Anlage sind heute aber fast völlig bebaut.


    Gruß,

    Ulrich

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  • Nach fast 10 Jahren des Betriebs von Omnibussen auf der Straße hat die RSE 1934 ihren ersten Schienenbus angeschafft: Einen 4-achsigen Wismarer, den man später "T1" genannt hat. Der hatte nur vorne einen angebautem Dieselmotor und war deutlich größer als das klassische Schweineschnäuzchen. Da es den 4-Achser (noch) nicht als EEP-Modell gibt, zeigen meine Screenshots den 2-achsigen "T3" der RSE, der 1938 zusammen mit zwei weiteren moderneren 4-Achsern mit Unterflurmotor in Dienst gestellt wurde. Eine Übersicht der 4-Achser hat es auch in die Wikipedia geschafft.


    "T3" am kreuzenden Feldweg vor Waldbröl. Im Vordergrund die Bröltalstraße, heute B478.


    Die Schienenbusse der RSE waren mit Gummi-Stoßbügeln und Kettenhalterungen ausgerüstet, damit auch die bewährten Mittelpuffer-Wagen ankuppeln konnten. Einen Außenbord-Gepäckträger hatte nur der T1. So etwas hat sich wohl im oft nassen Bergischen und Westerwald nicht bewährt.


    Törööö!


    Die Signalhupe der Schienenbusse führten nach deren Anschaffung zu Verwirrung, da sie genauso klang wie die der Straßenbusse. Die Gleise liefen im engen Bröltal, wie schon erwähnt, bis kurz vor Waldbröl dicht neben oder im Planum der Chaussee. Wenn Fußgänger (oder Fuhrwerke) auf der Straße waren und eine Hupe zu hören war, wich man daher schnell auf die Schienen aus, weil man einen Bus erwartete. Bahnfahrzeuge hatten gefälligst zu pfeifen oder bimmelten! Also änderte die RSE die Signalhupe der Schienenbusse, damit auch jeder wusste, wohin er auszuweichen hatte.



    Viele Grüße,

    Ulrich

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  • Weil's so gut gefiel, das Schweineschnäuzchen-Motiv auch noch in "Alter-Fotoalbum-Version" - wobei man das dann wohl aufs Format 6x8 cm verkleinern müsste. :ae_1:




    Gruß,

    Ulrich

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  • Da die RSE zunächst nur einen Wismarer Triebwagen in Betrieb hatte, verkehrten auch weiter Dampflok-bespannte Personenzüge. Die Triebwagen-Farben rot-elfenbein waren aber das Markenzeichen der neuen Ära und des komfortableren Reisens im Schienenbus mit seinen bequemen Polstersitzen. Auch wenn die Personenwagen weiter nur Holzbänke boten, konnte man sie zumindest in den gleichen Farben wie Schienenbusse streichen und der Kundschaft so vielleicht die Wartezeit verkürzen.


    Hier verlässt gerade so ein Zug Waldbröl mit Ziel Beuel (über Ruppichteroth und Hennef).


    Schnell bis ans Andreaskreuz und einmal tieeeef inhalieren:


    Ein Stückchen noch, dann überquert die Bahn die Chaussee und läuft direkt neben dem Straßenplanum weiter. Meine Anlage hört aber davor schon auf.


    Schöne Grüße,

    Ulrich

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  • Ein wenig Güterverkehr gab es im Waldbröler Brölbahnhof auch nach Anschluss an die große Bahn. Die Güter-Kunden auf der Bröltalstrecke befanden sich aber meist zwischen Waldbröl und Hennef, da dort die Schmalspurbahn noch länger alternativlos war. Güter konnte man von Waldbröl mit der RSE selbst einige Zeit nach Abbau der Gleise verfrachten lassen. Das ging dann bis in die 1960er per RSE-LKW.


    Der Brölbahnhof hatte nie eine Verbindung zu den anderen beiden Bahnhöfen (Reichsbahn oder Kleinbahn Bielstein-Waldbröl) erhalten. Zwar waren es nur gut 1 km Entfernung, aber über 30 m Höhenunterschied. Man hatte wohl mal eine nördlich ausholende schleifenförmige Verbindung angedacht, aber das zu bauen hätte sich wohl für die RSE nicht gerechnet.


    Hier ein fiktiver Güterzug auf Gleis 3 des Brölbahnhofs, wo an der letzten verbliebenen Güterhalle abgeladen werden konnte.



    In früheren Zeiten gab es mal ein weit ausholendes Ladegleis. Die unten im Bild links zu sehende Pflasterstraße ist dann etwas weiter rechts verlaufen, die Gleise links daneben.




    Gruß,

    Ulrich

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