Berufliche Perspektiven bei der Reichsbahn

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  • Keine Modellvorschau:af_1:

    Nur ein wenig Zerstreuung für mich und ein Resümé alter Zeiten. Es hieß ja mal "Hast du einen dummen Sohn..." Wer bei der Bahn gelernt hat kennt diesen Spruch, so wie ich eben auch :ao_1::an_1:

    Also die fixe Idee mal ein paar Geschichten rund um den Alltag von Lehrlingen bei der Deutschen Reichsbahn zu schreiben. In loser Reihenfolge und so wie die Ideen kommen. Wer möchte kann sich hier über die eine oder andere Anekdote amüsieren oder auch zurückerinnern. Wem das nicht gefällt, der schließt bitte leise die Tür, aber lässt bitte das Licht an.

    Na gut, los gehts....

    Ost1

    Bahnhof Hohenstadt Ost (Fantasie). Diverse, nützliche und unnütze, Dienststellen schmücken das Umfeld dieses Bahnknotenpunktes.

    Hier treffen sich die beiden Hauptbahnen aus Oberblauberg (Ri. Leipzsch) und Waldmannstadt (Ri. Cottbus), die Nebenbahn nach Dumpfenhausen zweigt von hier ab.

    Hier hat Arne Stenzer seine Ausbildung zum Verkehrskaufmann begonnen. Eigentlich wollte er auf den Turm – das große Befehlsstellwerk im Zentrum des Güterbahnhofes. Aber nach der achten Klasse war bei ihm Schluss und deswegen hat es für den Betriebseisenbahner nicht zugereicht.

    Er selbst kommt aus einfachen Verhältnissen. Seine Eltern Eisenbahner, seine Großeltern Eisenbahner. Vater Ladeschaffner in der Güterabfertigung, Mutter Köchin in der Kantine am Hauptpostamt. Sie wohnen nicht weit vom Bahnhof, oben in der Eisenbahnersiedlung. Neubauten aus den 50er Jahren. Ofenheizung, dritte Etage und drei Zimmer, aber dafür ein Bad mit Fenster. Den Lärm der Bahn ständig vor der Nase, da hat er nicht lange überlegt und so ist er nun im ersten Lehrjahr hier auf dem Bahnhof.

    Ost2

    Sein bester Kumpel Heiko Breitmaul ist Lokschlosserlehrling im dritten Jahr. Sie kennen sich von der Schule und gingen mal in die gleiche Klasse. Arne hat sich aber länger Zeit in der Schule gelassen. Eigentlich sind sie gleich alt, knackige 17 Jahre – im Herbst werden beide 18. Dann geht es richtig los, das wissen sie.

    Heiko hat seine Lehrwerkstatt in Hohenstadt Hbf, manche sagen auch West – aber das gefällt dem Leiter der Dienststelle Ernst Rotluchs nicht. Der Westen ist was ganz Schlechtes, sagt er oft. Eigentlich geht da nur die Sonne unter, aber er weiß, dass der Sozialismus auch bald dort gesiegt haben wird, und dann wird es dort hell und freundlich im Leben der unterdrückten Arbeiterklasse sein. Zum Tag des Eisenbahners hat er genau darüber auf der feierlichen Veranstaltung im ehemaligen Bankettsaal der MITROPA-Gaststätte „Zum Eisenbahner“ referiert. Mit eher verhaltenem Interesse der „geladenen“ Gäste. Glücklicherweise gab es genügend Hohenstädter Pils (aus der hiesigen Brauerei), was die zwei Stunden bei den meisten erträglich werden ließ. Arne selbst hat wenig Erinnerung an diesen Vortrag, da seine Konzentration bereits nach dem Genuss der dritte Flasche bierähnlicher Substanz rapide nachgelassen hatte.

    Berufsschule

    Die Berufsschule der Reichsbahndirektion Halle ist gleich gegenüber vom Ostbahnhof. Eigentlich ganz praktisch, da Arne von hier nur zehn Minuten mit seiner Simmi bis nach Hause braucht. Die Simmi ist sein gelbes Moped S51 aus dem VEB „Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann“ in Suhl – warum Mopeds und Jagdwaffen aus einem Werk kommen, ist Arne dabei egal, auch wenn er sein Zweirad manchmal als Waffe sieht. Erst letztens hat er das Rennen hoch zu seiner Wohnsiedlung gegen einen alten 600er Trabant knapp gewonnen.

    Blöd ist nur, wenn Arnes Lehrmeister Herr Lehr nach Schulschluss vor dem Haupteingang auf ihn wartet und fragt, ob er nicht mal noch schnell zwei Stunden bei der Beschaffung von produktionswichtigen Gütern helfen kann und so den Frieden stärken könne . So wie heute….


    Das Geschehen wird zum großen Teil auf der einer leicht modifizierten Anlage Stadtbahn Ost von Andreas Großkopf abgebildet sein.

    Edited once, last by SK2 (March 5, 2023 at 8:45 AM).

  • Sieben Stunden zuvor.

    Kohle1

    Stellplatz 9, Gleis 26. Hier bekommt der VEB Kohlehandel Hohnstadt regelmäßig seine E-Wagen mit Kohle gestellt. Woanders ist kein Platz und hier stört der Wagen auch nicht, wenn sich mal wieder nicht an die Entladezeiten gehalten wurde, was beim Kohlehandel regelmäßig vorkommt.

    „Langsam kommen – und halt.“ Schmidtie, der Lokführer von Rosi 8, die Rangierlok vom Ostgüterbahnhof und Kalle Bundschuh, Rangierer der Brigade „Ernst Schneller“ – alles sagen aber nur schnelle Schieber, haben die heutige Lieferung pünktlich halb acht an seinen angestammten Platz gebracht.

    Kohle2

    Zwei Stunden passiert hier dann erst mal nicht viel. Benno Breitfink steht mit seinem W50 schon eine halbe Stunde am Förderband. Ihn stört das nicht, er wird nach Stunden bezahlt, nicht nach Kohleladungen und getreu nach dem Motto: „Der Staat tut so als ob er uns bezahlen würde, also tun wir so, als ob wir arbeiten würden.“, wartet er auf die Dinge, die da kommen. Dann kommen die Kohlen eben erst nachher auf den Gehsteig und später in den Keller.

    Kohle3

    Kurz darauf erscheinen die beiden Helden der Arbeit. Gerd Knolle, auch Kohlenzange genannt und Ulf Blaunase, sein Schippenkumpel. Beide sind Helfer im Kohlehandel und sollen die sozialistischen Energieträger aus Espenhain mittels Förderband von der Schiene auf die Straße bringen. Keine einfache Arbeit und der Kohlenstaub macht die Kehle auch nicht feuchter.

    Kohle4

    Gern Knolle klettert hoch auf den Wagen. Erst muss der Kohleberg kleiner werden, bevor sie die Ladetüren öffnen können, sonst liegt alles im Gleis und das rauszukratzen macht noch mehr Mühe, als von hier oben die Kohlen auf das Förderband zu schmeißen. Sie kommen gut voran und eine Ladung nach der anderen verlässt den Ladeplatz.

    „Ulf, mach ma de Luken uff.“ „Nee, das noch zu früh, das rutscht uns alles raus.“ Kohlenzange wird ungeduldig. „Mach jetzt, das geht schon, ich seh das doch von hier oben.“ Quietschend schiebt Knolle den Verschlussriegel der Ladetür zur Seite und rüttelt vorsichtig an der Tür. Wenn er das richtig macht, fallen die Kohlen von ganz allein auf das Förderband und der Rest des Tages wird ein Sonntagsspaziergang. Die Tür klemmt, scheint verzogen zu sein. Er rüttelt und versucht mit einem Brecheisen die Tür aufzuschieben. Ein kurzer Ruck, es poltert und die Tür fliegt auf und eine Kohlenflut ergießt sich auf das Förderband und die Ladestraße. Ulf rutscht den Kohlenberg herunter und springt aus dem Wagen. „Schöne Bescherung!“

    Kohle5

    Beide fangen an die Kohlen auf das Förderband zu sammeln, mit der Kohlengabel geht da nicht mehr viel. Da ruft es hinter ihnen. „Ey ihr beiden Helden. Schon gehört? In der HO, oben am Brauberg gibt’s Nordhäuser. Müsst euch aber beeilen das hat sich schon rumgesprochen. Ich fahr dann mal rüber.“ Benno Breitfink schmeißt die Tür von seinem LKW zu, lässt das Getriebe arbeiten und brummt vom Gelände. Beide schauen sich an und wissen was zu tun ist. Hastig schieben sie die Kohlen zusammen und wuchten die Ladetüren zu. Schluss für heute. Inge Bücklich von der HO lässt für die beiden immer was übrig. Drei Fläschchen des guten Kornbrandes warten auf die beiden, nebst Goldi und Kirsch. Heute Abend wird gefeiert und morgen ausgeschlafen.

    Kohle6

    Und da liegen die Energieträger nun in den Gleisen und was einmal auf den Boden der Reichsbahn fällt, gehört auch bei der Bahn. Das weiß Udo Schleich, Leiter des Güterbahnhofes nur zu gut. Er muss telefonieren. Er eilt in sein Büro, wählt die Nummer des Oberlehrmeisters Heinz Lehr und organisiert einen freiwilligen Arbeitseinsatz.

  • Jepp! Etwa genau so hab ich die DeDeRedei imOriginal auch erlebt! Und wenn die Russen Kohlen gekriegt haben, wurde jedes Brikett einzeln über die Bordwand geworfen!!!

    >> Was wäre die Welt ohne Eisenbahn...? Wie einfach wäre die Welt ohne EEP...?<<

    :ma_1::bq_1::az_1:

    EEP12.1, EEP15.1; EEP16.3; ...und inzwischen EEP17 Computer: ACPI x64-basierter PC; OS: Microsoft Windows 10 Home; Motherboard Chipsatz: Intel Cannon Point HM370, Intel Coffee Lake-H; CPU Typ: HexaCore Intel Core i7-8750H, 4100 MHz (41 x 100); Speicher: DDR4 SDRAM 32 GB; Grafik: GeForce GTX 1050 Ti (4 GB)


  • Der wärmste Tag des Jahres bisher und Freitag, die letzte Stunde eines nicht enden wollenden Berufsschultages ist fast zu Ende.

    Schule

    Verkehrsgeographie steht auf dem Plan. Nicht gerade Arnes Lieblingsfach. Er hat es immer noch nicht geschafft, alle Unterwegshalte der Personenzüge in Richtung Dumpfenhausen auswendig zu lernen. Immer wieder verlangt Frau Brahnich die richtige Abfolge dieser zwölf Stationen. Arne ist jedoch mit seinen Gedanken in Richtung Baggersee der alten Kiesgrube „Jahna“ unterwegs. Kathrin Knappschritt, die in die Parallelklasse geht und zurzeit in der Fahrkartenausgabe in Ost am Schalter sitzt, hat ihn gefragt, ober er sie mit seinem Moped abholen und mit zum See nehmen könne. Das hat er sich nicht zwei Mal fragen lassen und ganz locker geantwortet, dass noch ein Platz bei ihm frei wäre. Er hat ja schon länger ein Auge auf sie geworfen und heute ist seine Gelegenheit, das spürt er ganz deutlich.

    Jäh wird er aus seinen Gedanken gerissen. „…wie kommt man am schnellsten nach Dresden?“ Frau Brahnich hat sich vor ihm aufgebaut und verlangt Antworten. Sie bringt es immer wieder fertig solche unerwarteten Fragen zu stellen und dann sollte man auch die richtige Zugverbindung parat haben. Arne hat keine gute Verbindung im Kopf, nur den Weg zur Kiesgrube und die freche Antwort Steckst den Finger in A…. und drehsden, die will er aber lieber nicht wieder zum Besten geben, daher sagt er nur: „Da müssen Sie zur Auskunft gehen und fragen.“ Kopfschütteln und der übliche Satz: „Arne, das wird wohl nichts mit dir hier, ich muss wohl mal mit Herrn Lehr reden.“ Die Stundenklingel rettet ihn und es ist Wochenende. Arne stürzt nach unten, jetzt kann ihn nichts mehr aufhalten, naja fast nichts….

  • Hallo Stefan,

    mal wieder sehr amüsant. :aa_1:

    das Ding mit dem Finger im A. hat aber nun schon einen ganz langen Schwanz. :ag_1: Die Namen Deiner Protagonisten ließen mich sehr schmunzeln. Kathrin Knappschritt :an_1: hihihi... aber die Frau von der HO, müsste doch eigentlich Inge Bückdich heißen?
    Das nun die ganze Geschichte auf meiner Lieblingsanlage spielt, erfreut mich außerdem. Diese heißt aber bitteschön, Stadtbahn-Ost und nicht Vorstadt-Ost! Ordnung muss sein! :ae_1:


    Grüße Andreas

  • Hallo

    ich komme aus dem, Westen da wo nur die Sonne untergeht, und kenn mich mit den Ost Gegebenheiten nicht so aus.

    Aber die Geschichte (erfunden oder wahr) ist sehr unterhaltsam und ich freue mich auf die Fortsetzungen.

    Allein die Namen da muss man erstmal drauf kommen.

    Gruß

    Peter:aa_1:

    Grüße aus Schleswig - Holstein:aq_1:

    Peter

    EEP 17 mit Plugin 1 EEP 17.2 Plugins 1 , 2

    Mein PC hat einen Intel(R) Core(TM) i9-10900F CPU @ 2.80GHz 2.80 GHz RAM 32 GB

    Windows 11 Home 64 Bit Betriebssystem Grafikkarte NVIDIA Geforce RTX 3060 12 GB

    Laptop Prozessor Intel(R) Core(TM) i7-10510U CPU 1.80 GHz/ 2.30 GHz Ram 16 GB

    Grafikkarte Intel (R) UHD Grapihcs RAM 1024 MB

  • Arne1

    Arne rennt die Treppen runter, raus auf den Schulhof. Eine schwüle Luft schlägt ihm entgegen. Ideales Wetter zum Badengehen und wer weiß, vielleicht wird es ja Kathrin zu warm in ihren Badesachen. Ein erwartungsvolles Lächeln breitet sich über sein Gesicht aus. Grinsend und auch etwas stolz schreitet er über den Hof. Schließlich ist die Warteliste bei Fräulein Knappschritt nicht gerade kurz.

    Er kommt aus dem Schatten der Schulgebäude heraus und wird von der Sonne geblendet. Irgendwer steht da vorn am Tor und fuchtelt wie wild mit den Armen. „Arne, Arne, komm doch mal kurz her.“ Mist! Sein Lehrmeister. Was will der denn jetzt? Ein ungutes Gefühl steigt in ihm hoch und lässt sein Lächeln eiskalt erstarren. Flucht ist unmöglich, sein Moped steht vorn am Zaun.

    Arne2

    „Arne, ich muss mal mit dir reden.“ Den Satz kennt er, irgendwas will der. „Du hast dich doch sicherlich auch für die freiwilligen Sonderstunden eingetragen, oder?“ Als ob der das nicht wüsste, geht es Arne durch den Kopf. Er ahnt Schlimmes und erinnert sich. Vor einem Monat war die anstehende Klassenfahrt nach Prora auf Rügen im Gespräch. Zwei Wochen kollektives Zusammensein unter dem Aspekt „Jugend, Sport und sozialistische Bildung“. Die Teilnahme sei natürlich verpflichtend und stelle auch eine Voraussetzung zum erfolgreichen Abschluss des ersten Lehrjahres dar. Jedoch dürfen nur die mitfahren, die zuvor die 20 Sonderstunden freiwilliger Arbeit abgeleistet haben. Herr Glatte, ihr Klassenleiter, fragte ob alle damit einverstanden sein. Natürlich keine Gegenstimmen, also hat er jeden Lehrling seiner zugehörigen Dienststelle gemeldet. Und nun scheint Zahltag zu sein.

    Arne3

    „Arne?“ Herr Lehr schaut ihn an. „Ja, habe ich.“, murmelt er und rote Hektikflecken breiten sich auf seinem Gesicht aus. „Aber….“ „Arne, musst du denn immer widersprechen, gerade du hast es doch besonders nötig nach Prora zu fahren. Denk doch mal an deinen Abschluss. Du bist ein Wackelkandidat und wie oft habe ich schon ein gutes Wort für dich beim Direktor deiner Schule eingelegt?“ Herr Lehr schaut ihn auffordernd und erwartend an. „Herr Schleich und ich haben schon so viel für dich getan, jetzt ist es an der Zeit, dass du deinen Teil auch dazu beiträgst.“ Immer die gleiche Leier, Arne kennt das Prozedere schon. Nur was soll er tun?

  • Eines hat Arne inzwischen in diesen Arbeiter- und Bauernstaat gelernt, willst du glücklich sein, lass dich nicht auf rote Versprechen ein. Für ihn steht fest, die Verabredung mit Fräulein Knappschritt lässt er sich nicht entgehen. Was können die ihm schon? Schlimmstenfalls muss er wieder zum FDJ-Sekretär und sich anhören, wie wichtig gerade sein Beitrag zur Stärkung des Sozialismus sei. Dabei will er diesen Sozialismus gar nicht stärken, ehrlich gesagt, weiß er nicht mal genau, was das eigentlich ist.

    Arne-und-Kathrin0

    „Und, Arne, sind wir uns einig?“ Herr Lehr schaut ihn wieder mit diesem erwartenden Blick an. „Ja klar.“, antwortet er eher beiläufig. „Ich muss aber noch schnell nach Hause mich umziehen und die Mülltonnen reinbringen. Wir sind diesen Monat dran.“ Das stimmt zwar nicht, aber eine vorbildliche Hausgemeinschaft gehört wohl zu dem ganzen Sozilismuskram dazu, also pokert er mal ein wenig. „Gut, aber beeil dich, es zieht sich zu und wird wohl noch regnen. Die Kohlen müssen ja nicht nass werden und ihr auch nicht.“

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    Arne schwingt sich auf sein Moped und knattert Richtung Haupteingang vom Ostbahnhof. Dort haben sie sich um drei verabredet. Es ist schon fünf nach. Hoffentlich ist Kathrin noch da. Den Gashahn nach vorn gedreht und ordentlich knattern lassen in der Unterführung. Ja so schön kann das Leben sein.

  • Gekonnt legt sich Arne in die Kurve zum Wartebereich vor dem Haupteingang und stellt sein Gefährt genau davor ab. Kathrin schaut ihn vorwurfsvoll an. „Tut mir leid, der Lehr hat mich wieder zugetextet. Will die freiwilligen Stunden heute haben.“ Arne schaut Kathrin mit großen Hundeaugen an. Sie verzieht keine Miene. „Aha.“, ist alles, was er zu hören bekommt.

    Arne-und-Kathrin2

    Eigentlich ist sie froh, dass er endlich kommt. Der Typ gegenüber schaut sie die ganze Zeit komisch an und sagte irgendwas von 20 Westmark und eine Schachtel Marlboro. Wofür hat sie lieber nicht gefragt und ihn weiter ignoriert. Was war sie erleichtert, als Arne endlich da war. Aber er soll noch ein bisschen schmoren, verdient hat er es.

    „Na dann lass uns losfahren.“ „Zum See geht jetzt nicht, muss ja zum Lehr.“, sagt Arne kleinlaut. Sie schaut ihn mit kaltem Blick an und gibt ihm zu verstehen loszufahren – bloß weg von hier. Er steigt auf, Kathrin setzt sich auf den Sozius und sie ziehen los. Arne fährt einfach erst in Richtung Brauhausberg. Da muss er sowieso lang, wenn er zu sich nach Hause will und Kathrin wohnt nur ein paar Straßen weiter.

    Arne-und-Kathrin3

    Am Brauhausberg muss Arne runterschalten. Kathrin schmiegt sich an ihn und hält sich an seinen Hüften fest. Er kann deutlich in seinem Rücken die weiblichen Kurven seiner Angebeteten spüren. Fast hätte er die Kupplung springen lassen. „Weißt du was?“, raunt Kathrin ihm ins Ohr. Arne weiß nichts und sagt auch lieber nichts. „Bring mich einfach nach Hause, allein will ich nicht zum See und morgen holst du mich um sieben ab, dann fahren wir zum goldenen Anker, da ist Tanz.“ Arne hätte am liebsten gejubelt, aber er lässt sich nichts anmerken, jetzt muss er cool bleiben. „In Ordnung.“, sagt er nur.

    Als er Kathrin bei sich zu Hause absetzt, drückt sie ihm noch einen Bussi auf die Wange. „Bis morgen.“, lächelt ihn an und geht kokett die Treppen zu ihrem Haus hoch.

    Das lief ja besser, als er sich gedacht hatte. Zufrieden kurvt er Richtung nachhause, auf einmal stört ihn die Kohlenschipperei gar nicht mehr.

  • Wer hat denn da den Golf in den „Arbeiter und Bauernstaat” geschmuggelt?
    Schmunzelnde Grüße aus dem Bergischen

    Hans-Werner

    Da hatte wohl ein Genosse reiche Verwandte im Westen, die wussten, wie Bestellungen mit dem Genex-Katalog funktionierten.:aa_1::aa_1:


    Glück Auf auf Hamborn

    Stefan

    Betriebssystem: Windows 11 Home

    Prozessor: AMD Ryzen™ 9 5900HX Prozessor (3,30 GHz, bis zu 4,60 GHz, 8 Kerne, 16 Threads und 16 MB L3-Cache)
    64 GB RAM

    Grafik: NVIDIA® GeForce RTX™ 3080 Laptop GPU mit 16 GB GDDR6 VRAM

    EEP 14.1

    EEP 16.4 , Plugins 1,2, 3, 4

    EEP 17 aktueller Patch

  • Oder gehört der Golf einem Handwerker, der sich Halb / Halb (Ostmark - D-Mark) bezahlen lässt, Das wurde zu einer "Seuche".

    Gruß Andreas

    Andreas aus Halle/S
    Ein Sachse der zum Anhalter wurde !

    Ich bin dabei: http://www.shg-halle.de

    Win. 10 Home
    i7, 9700 3.00GHz / 16 GB
    von Anfang an dabei - und nun EEP 17.2 Plugin 1 u. 2

    Waldeslust, Nossen, Vino, Winterfels, Stadtbahn Ost, Bahn 2000, Schnelle Kurve, Ausbau u. Autohof, Ausbau_6, Hamburg Altona

  • Es gab die Möglichkeit den Golf 1 auch für Ostmark in der DDR zu kaufen, man brauchte dafür eine Zuweisung vom Betrieb ( bester Arbeiter; Staaatstreue )

    In meinem Betrieb haben mehrere Arbeiter einen Golf bekommen, ich erhielt leider keine Zuweisung ( Westverwandschaft ).

    Gruß

    Frank

    Aser Nitro 16

    AMD RYZEN 7 7840
    Prozessor AMD Ryzen 7 7840HS w/ Radeon 780M Graphics 3.80 GHz
    Installierter RAM 16,0 GB (15,2 GB verwendbar)
    Systemtyp 64-Bit-Betriebssystem, x64-basierter Prozessor
    NViDIA GeForce RTX 4070 8GB GDDR6 Dedicated VR

  • :as_1:...Bin erstaunt!!! Wieviele EEPler kennen denn den mehr oder weniger "guten alten" Osten noch? 70, 80%? Oder mehr???

    Grüße

    Kurt

    >> Was wäre die Welt ohne Eisenbahn...? Wie einfach wäre die Welt ohne EEP...?<<

    :ma_1::bq_1::az_1:

    EEP12.1, EEP15.1; EEP16.3; ...und inzwischen EEP17 Computer: ACPI x64-basierter PC; OS: Microsoft Windows 10 Home; Motherboard Chipsatz: Intel Cannon Point HM370, Intel Coffee Lake-H; CPU Typ: HexaCore Intel Core i7-8750H, 4100 MHz (41 x 100); Speicher: DDR4 SDRAM 32 GB; Grafik: GeForce GTX 1050 Ti (4 GB)


  • Der Golf1 wurde in begrenzter Stückzahl eingeführt und nach Gusto an Anmelder auf Lada usw. vergeben. Dabei gab es Kontingente für die Kombinate. Wer also mit seiner Anmeldung auf Erwerb eines (Viertakter) Lada fast dran war oder sich im Kampf um die Klimaziele Ziele der sozialistischen Gesellschaftsordnung hervorgetan hatte konnte mit etwas Glück im Golf nach Hause fahren. Die Geschichte führte letzlich zur Vereinbarung über Lizenzfertigung von 1.1er und 1.3er Viertaktern für Trabi und Wartburg.

    Um den Rückstand bei der Versorgung mit PKW abzubauen (die Wartezeiten lagen inzwischen bei 8 Jahren für Trabi, 10 Jahre für Wartburg und über 12 Jahre für Dacia, Skoda und Russenbuden) wurden im gleichen Zeitraum auch 3er Mazdas und einige VW Scirocco eingeführt.

    btw SK2 lass mal die Versicherungskennzeichen des BBKF von der den Simsen verschwinden. Das ging damals ohne und ohne Helm für Sozius_innen und _außen.

  • Oder viel einfächer - Besucher von BRD in DDR? Nur eine idée. Es war doch möglich.

    //Denn

    Win 10 Home 64bit - i9 10.9KCPU 10-Core 5.2GHz - 64Gb Ram - NVIDIA GeForce 1650 4Gb

    EEP 13.2 Expert (ENG Steam edition) - EEP 15.1 Expert (ENG Trend edition)

    EEP Bodentextur-Tool, EEP TSPCalc, EEP Texture Multiplier, EEP Model Multiplier,

    EEP Model Files Converter, EEP HomeNOS15, Blender v2.78b, Adobe Photoshop

  • Als Arne am Ladeplatz vom Kohlehandel eintrifft, wurde dort bereits schon eine Stunde fleißig geschippt.

    Arne stört das nicht, Herrn Schleich schon.

    Sonderstunden1

    „Arne, wo warst du so lange? Du solltest dich doch beeilen!“ „Hab ich doch, ist Freitag und am Anschluss vom Schraubenwerk war die Schranke lange zu, kann ich doch nix dafür.“ Herr Schleich schüttelt nur den Kopf. „Du hast auch immer eine Ausrede. Na los jetzt. Michael und Rudi haben schon gut geschafft, dann macht das mal hier fertig. Ich verlasse mich auf euch.“ Damit macht der gute Mann dann Feierabend und überlässt den jungen Kohle-Aktivisten das Feld.

    Arne lässt es ruhig angehen. Er übernimmt die Schipperei, die anderen können ruhig die Karren rüber zum Kohlenbansen schieben.

    Sonderstunden2

    „Ey, du sollst die Karre vollmachen und nicht glotzen!“ „Willst was? Wenns dir zu lange dauert, mach doch selber!“ Arne genießt den Ausblick. Fräulein Mizellnik vom Büro der Ga hat wohl Feierabend und schlendert betont gelassen über den Platz. Nun, solche Momente muss man eben genießen.

    Rudi, Lehrling der Betriebseisenbahner im dritten Jahr, ist bereits verduftet, was Arnes Arbeitsmoral nicht unbedingt gestärkt hat, aber er muss wenigstens noch eine Stunde bleiben. Und dann ausgerechnet noch mit diesem Michael. Michael Leisetreter, Agitator in der FDJ-Gruppe der Berufsschule. Immer zu allem ja sagen, schön mit dem Strom schwimmen, es allen recht machen wollen, bloß nicht auffallen – eigentlich scheint der keine eigene Meinung zu haben, Hauptsache überall gut durchkommen. Arne kann ihn nicht ausstehen.

    „Hast du nicht mit der Kathrin was?“ „Was geht´n dich das was an?“ Arne reicht es. Dem Fatzke wird er es zeigen. Er stellt die Schaufel ab, knöpft seine Jacke auf, holt sich seine zerdrückte Schachte Club aus der Tasche und zieht gemütlich eine durch. „Ich hab Pause.“

    Michael schaut ihn verdattert an. „So schaffen wir das nicht, wir müssen alle an einem Strang ziehen.“ „Ich zieh dir gleich ganz woanders! Mach doch selber, dann erfüllst auch deinen Parteiauftrag.“

    Sonderstunden3

    So schippt und karrt Michael die Brennelemente zu seinem Bestimmungsort. Man muss solche Typen nur richtig zu gebrauchen wissen. Arne hat inzwischen seine Jacke ausgezogen und genießt seine nächste Club. „Willst mal nen Witz hören?“ „Hhmm“, grummelt der fleißige Politikbeauftragte. Arne will mal sehen, wie der einen schönen Honeckerwitz versteht. Ob der vor Schnappatmung aus den Latschen kippt? „Erich Honecker sitzt schon früh in seinem Arbeitszimmer und die Sonne geht auf. Die Sonne begrüßt ihn mit: Guten Morgen Genosse Honecker, ich wünsche Ihnen einen produktiven und erfolgreichen Arbeitstag.“ Michael schaut leicht panisch, so als würde er gleich weglaufen wollen. Arne grinst und macht weiter. „Als es Mittag wird steht die Sonne hoch im Süden und sagt zu ihm: Guten Tag Herr Honecker, weiter viel Erfolg bei Ihrer Arbeit. Am Abend geht die Sonne langsam im Westen unter. Honecker wendet sich an die Sonne: Liebe Sonne, warum sagst du denn nichts mehr? Darauf die Sonne: LmA, ich bin im Westen!“ Arne kann sich das Grinsen nicht verkneifen und auch auf Michael seinem Gesicht zeigen sich gewisse belustigende Regungen. „Hör auf damit!“, sagt er zu Arne, muss aber immer noch grinsen.

    Sonderstunden4

    Eine laute Stimme unterbricht jäh die heitere Atmosphäre. „Meine Herren, wenn Sie so gute Einsichten in die Arbeitsgewohnheiten unseres Staatsratsvorsitzenden haben, dann macht es Ihnen auch ganz sicher nichts aus, darüber ein Referat auf unser nächsten FDJ-Tagung unter dem Gesichtspunkt „Der imperialistische Aggressor der westlichen Welt“ zu halten!?“

    Michael schaut wie ein getretener Dackel zu Boden. „Von Ihnen, Herr Leisetreter, hätte ich das nicht erwartet! Na, und über Sie, Herr Stenzer, muss ich wohl keine Worte weiter verlieren. Ihr zersetzendes Gerede wird Ihnen eines Tages noch leid tun.“ Arne haucht genüsslich aus. Das der Typ hier noch auftaucht macht das Ganze doch so richtig schön.

    Erich Hintenrum, FDJ-Sekretär der Jugendbrigade vom Ostbahnhof. Arbeitet eigentlich hier in der Fakturierung der Ga und muss wohl gerade Feierabend gemacht haben. Er soll wohl auch noch auf den „Spitznamen“ Vorhängeschloss hören und scheint nun noch etwas Schreibarbeit zu Hause haben.

    Arne lässt sich von dem schon lange nicht mehr aus der Ruhe bringen. „Mir tuts nur leid, dass Sie uns von der wichtigen Energiepolitischen Aufgabe der Kohleverschiebung abhalten. Wir haben zu tun und müssen schaffen.“ Damit dreht sich Arne um und lässt laut polternd Kohlen in die Karre fallen. „Wir werden uns noch unterhalten und dann werden Sie nicht mehr so ein loses Mundwerk haben!“ Damit dreht sich der Leisetreter um und geht seinem arbeitsreichen Feierabend entgegen.

    Kurz danach wird es auch für Arne Zeit zu gehen. „Wo die Karren hinkommen weißt ja und den Rest schaffst auch alleine. Und wenn einer fragt, wir waren beide zusammen bis zum Schluss hier!“ Bevor Michael noch was sagen kann, schwingt sich Arne auf sein Moped und verlässt die Örtlichkeit.

    Edited once, last by SK2 (March 13, 2023 at 7:07 PM).